5. Dezember 2008

Deutsche Post erwägt weitere Serviceverschlechterung

Category: Allgemein — smirne @ 17:12

Die Deutsche Post hats nun wirklich nicht mit der Kundenorientierung. Bei der Tochter DHL werde ich gezwungen, mein Paket auf der nächsten Postfiliale oder Packstation abzuholen, wenn ich nicht zu Hause bin. Deren Konkurrenzunternehmen schaffen es seltsamerweise auch mehrfach und vor allem abends zuzustellen. Dort werde ich nicht genötigt zu meiner Postfiliale zu gehen, deren Öffnungszeiten für einen arbeitenden Menschen eine Zumutung sind. Um 17.30 Uhr ist dort schon Schluß! Da darf ich schauen, dass ich wirklich zeitig aus der Arbeit abhauen kann.

Es gibt ja dieses nette System namens Packstation. Auch das habe ich probiert, es klingt ja schließlich wirklich nicht schlecht. Anstatt nach Hause lasse ich das Paket an eine Packstation meiner Wahl schicken und kann es dort 24 Stunden täglich, 7 Tage die Woche abholen. Ein Automat halt. Und ob ich jetzt zu einer Packstation gehe oder auf die Postfiliale dackeln muss ist egal, nur: bei der Packstation hol ich das Paket dann, wenn ich Zeit habe. Soweit so gut, ich war an sich damit sehr zufrieden. Ja, ich war zufrieden, bis nämlich eines Tages die Benachrichtigung aufs Handy kam, dass aufgrund der Überfüllung der Packstation meine Sendung in eine Postfiliale umgeleitet wurde. NEIN! Schon wieder diese kundenfeindliche Öffnungszeiten. Das macht das ganze System irgendwie kaputt.

Kommt Zeit, kommen Probleme. Um mir eine PIN weniger merken zu müssen, wollte ich die PIN meiner Packstation-Goldcard ändern und einer anderen PIN angleichen. Über Internet wird das angeboten, soll leicht und problemlos sein. Tja, wäre es wohl auch, wenn es funktioniert hätte. Ich stand dann eines Tages an der Packstation, als ich meine nächste Sendung abholen wollte, und gab die neue PIN ein. Tja, die Station meinte die PIN wäre ungültig. Also gab ich die alte PIN wieder ein, ich dachte, die Änderung hätte nicht geklappt. Aber auch hier sagte die Station, sie wäre ungültig.

Nach dem dritten Fehlversuch wurde die Karte gesperrt und ich rief auf der Kundenhotline an. Die nette Dame erklärte mir dann, ich hätte nach der PIN-Änderung eine Bestätigungs-SMS erhalten müssen, was ich aber nicht bekommen habe. Und nachdem die alte PIN auch nicht mehr funktionierte dachte ich, ich werde wohl irgendwo dazwischen im System hängen. Mit der Kundenbetreuerin vereinbarte ich dann, dass mir eine neue PIN zugeschickt wird – per Post natürlich, per Einschreiben eigenhändig. Also wieder zur Postfiliale dackeln, ich muss mich ja ausweisen und wo bin ich bei der normale Zustellung? Richtig, in der Arbeit.

Ich bin also dann wieder mit meiner neu erhaltenen PIN zur Packstation und was war das Ergebnis? Die zugeschickte PIN funktioniert nicht, die von mir neu eingegeben PIN funktioniert nicht, die alte PIN funktioniert. Jetzt leckt mich doch am Arsch, liebe Post, das System Packstation ist für mich gestorben. Zuhause hab ich sofort die Kündigung dafür geschrieben. Da kann ich gleich drauf verzichten, wenn das nicht funktioniert.

Neben den Hiobsbotschaften vor einigen Monaten, dass die Deutsche Post auch noch etliches an Filialen schliessen wird, hab ich heute noch gelesen, dass man erwägt nur noch 5 Tage in der Woche Briefe und Pakete zuzustellen. Soll heissen, ich kann dann noch nichtmal mit dem Versender vereinbaren, dass er das Paket so losschickt, dass es bei mir am Samstag ankommt, also dann, wenn ich nicht in der Arbeit bin. Ja hallo, liebe Post, willst Du wirklich keine Kunden mehr haben und Deinen Betrieb nicht besser gleich zusperren? Achja, nebenbei sollen auch die Briefkästen nur noch bei “Bedarf” geleert werden, ist das nicht schön wenn im Gesetz steht, dass mein Arbeitgeber spätestens am dritten Tag meine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung braucht, aber in meinem Dorf nur noch einmal die Woche geleert wird und das war exakt eine Stunde bevor ich vom Arzt kam?

Was sind das eigentlich für Leute, die sich sowas ausdenken? Da fehlen doch ein paar Synapsen im Hirn! Da mach ich ein System, das weitestgehend gut funktioniert, mit Absicht und voller Wucht kaputt. Für mich werden hier die Firmen interessant, die schon immer privat und kundenorientiert waren. Die wissen wenigstens, wie man an die Kunden rankommt.

Quellen:

Wikio

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  • 1 Kommentar »

    1. Nee so furchtbar ist das alles garnicht. Auch wenn die Sache mit den Pins ärgerlich ist. Die anderen Paketdienste bekommen das garnicht gebacken abends zuzustellen. Und da ist mir eine Packstation sehr lieb. Denn das spart den Weg zum Postamt und geht rund um die Uhr. Ausserdem gibt es mittlerweile super Services: Abholung von Sendungen zuhause, Online-Frankerung mit ebay-Datenimport und auch ein Fahrrad kann man Problemlos mit Paketmarke versenden. Noch vor 10 Jahren hätte man dich beim Postamt ob solcher Ideen ratlos angesehen. Das mit der Zustellung nur Werktags wäre allerdings nicht so fein. Auch wenn eine Krankmeldung beim Arbeitgeber nicht am Wochenende eintreffen muss.

      Kommentar by Pauletta — 5. Dezember 2008 @ 23:51

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