Des einen Freud, des anderen Leid. Das Rauchverbot an Bahnhöfen ist so konsequent beschildert worden, wie es auch missachtet wird. Ich glaube, es ist auch das Rauchverbot, das am meisten umstritten ist und für das die wenigsten Leute Verständnis haben. Auch ich finde das ziemlich unsinnig. Aber es ist nunmal eingeführt und ausser in wenigen Großbahnhöfen, in denen sich die Leute im Raucherviereck stapeln, wird es kaum beachtet.
Wirklich? Nein, nicht wirklich. Erstaunlicherweise sehe ich Morgen für Morgen die Mehrheit der Raucher bei uns am Bahnhof in der Unterführung ihre letzte Zigarette qualmen, weil es am Bahnsteig ja nicht erlaubt ist. Ob Sommer, ob Winter, ob es trocken ist, regnet oder schneit. Ich möchte behaupten, 9 von 10 Rauchern beachtet das Rauchverbot tatsächlich, so unsinnig man es auch finden mag. Aber warum gibt es das Verbot dann überhaupt?
“Meine Damen und Herren, zur Verbesserung der Sauberkeit und aus Rücksichtnahme auf Nichtraucher ist das Rauchen im Bahnhof München-Pasing nur in den gekennzeichneten Raucherbereichen gestattet. Vielen Dank.”
So oder so ähnlich tönt es in regelmässigen Abständen vom Band auf den Bahnsteigen der Republik. Aus Rücksichtnahme auf Nichtraucher also. Draussen, am Bahnsteig, alles offen. Irgendwie unsinnig. Bei der Verbesserung der Sauberkeit kommen wir schon eher auf den Grund: Geldeinsparung. Wenn weniger geraucht wird, ist weniger Schmutz auf dem Bahnsteig, dann muss auch seltener der Reinigungsdienst vorbeikommen. So ist wohl die Denkweise der Bahn. Würde auch zu ihr passen. Selbstredend, dass auch die Mülleimer seltener geleert werden und daher meist überfüllt aus allen Schweißnähten platzen. Schöne Verbesserung der Sauberkeit, wenn der Müll rundherum liegt, weil er einfach nicht mehr hineinpasst.
Verbesserung der Sauberkeit. So wirklich funktioniert hat es nicht, der Bahnhof ist nach wie vor verschmutzt wie eh und je, nein, dank der eben beschriebenen Mülleimerüberlastung ist es sogar noch schlimmer geworden. Passt zu den undichten Dächern. Der Schmutz der Raucher ist nach wie vor da. Aber nicht mehr auf Bahngrund. Jetzt sind die Kippen am Bahnsteigzugang, in der Unterführung, auf Gemeindegrund. Geht also wieder auf die Kosten der Bürger, da mit Steuergeldern öfter gereinigt werden muss. Die Bahn ist aus dem Schneider. Sie spart ein. Am Service. An der Reinigung. Am Personal. Der Bürger darf es ausbaden. Der Raucher sogar zweimal.
Wikio“Meine Damen und Herren, zur Verbesserung der Sauberkeit und zur Einsparung unserer Kosten ist das Betreten des Bahnhofs München-Pasing nicht mehr gestattet. Bitte weichen Sie auf den Individualverkehr aus. Vielen Dank.”








