Kennst Du das auch? Es ist Freitag, eigentlich das Ende der Woche. Du bist in der Arbeit und das Wochenende scheint weiter entfernt, als es noch am Montag war. Man ist fertig und ausgepowered, in der Früh bereits, beim Aufstehen. Man will nur noch diesen einen Tag rumbringen, wartet auf die erlösende Uhrzeit, an dem man in der Arbeit Schluß macht. Aber der Tag will und will nicht vergehen.
Die Zeiger der Uhr stehen scheinbar still. Wie festgeschraubt, festgeklebt, einbetoniert. Arbeit stürzt auf einen ein. Es ist nichts dabei, was man heute noch fertig bekommt, alles Dinge, die man erst nächste Woche anpacken kann. Man braucht Kollegen dazu, andere Abteilungen, aber heute, am Freitag, ist niemand mehr aufzutreiben. Alle vertrösten auf Montag.
Verdammt, erst eine Minute ist rum. Der Tag ist schier unendlich. Zumindest bis Feierabend fühlt sich heute eine Minute an wie sonst ein Stunde. Ich bin mir sicher, nach Feierabend rast die Zeit wieder. Bis Montag Morgen, dann vergeht die Zeit wieder für vier Tage in normaler Dimension.
Die Dauer einer Minute ist subjektiv ziemlich variabel in diesem Universum. Aber nie ist sie so lange, wie beim Warten auf etwas. Nein, beim Warten – egal ob auf die Bahn oder auf den Arzt oder auf Ergebnisse – ist eine Minute nur am Zweitlängsten. Am Längsten dauert die Minute am Freitag.
Und doch, physikalisch bleibt die Minute gleich lang: das 551.557.906.200-fache der Periodendauer der dem Übergang zwischen den beiden Hyperfeinstrukturniveaus des Grundzustandes von Atomen des Caesium-Isotops 133Cs entsprechenden Strahlung.









