Am 15. Dezember 2009 hat die Tarifkommission öffentlicher Dienst ihr Forderungen für die Tarifrunde 2010 festgelegt. Gestern und heute fand die zweite Verhandlungsrunde statt, die – oh Wunder – zu keinem Ergebnis geführt hat. Nun sind für den 3. Februar 2010 Warnstreiks im öffentlichen Dienst angekündigt.
Moment mal, 3. Februar. Das Datum kommt mir bekannt vor. Letztes Jahr fand auch am 3. Februar ein Streik von Verdi statt, in der Tarifrunde Nahverkehr Bayern. Dazu hab ich einen Blogeintrag verfasst, was wohl erklärt, warum man in diesem Blog landet, wenn man nach Streik 3.2. oder Warnstreik 3. Februar oder ähnlichen Suchbegriffen sucht.
Das interessante ist: diese Suchbegriffe tauchen in meiner Zugriffsstatistik derzeit wieder häufiger auf. Kein Wunder, das Datum scheint schon länger festzustehen. Ich habe daher einmal genauer nachgeschaut, wann die Zugriffe wieder begonnen haben. Am 17. Dezember 2009, nur zwei Tage nach der offiziellen Festlegung des Forderungspaketes, wurde das erste Mal nach diesem Datum in Verbindung mit Streik gesucht. Nach Weihnachten begannen immer mehr Zugriffe unter diesem Suchbegriff, seit etwa 3 Wochen mehrmals täglich.
Da stellt sich mir die Frage: war Verdi ernsthaft an Verhandlungen interessiert? Denn offensichtlich hat man mit dem Forderungspaket auch gleich festgelegt, dass am 3.2.10 Warnstreiks stattfinden werden, was dazu führt, dass man nicht ernsthaft an Verhandlungen geglaubt hat. Will man vielleicht einfach nur Zähne fletzschen um des Zähne fletzschens willen? Oder versucht man einfach Mitgliedern und Nichtorganisierten einzureden, dass es hart wird und macht auf diese Weise Stimmung? Immerhin kann man danach, wenn wieder keiner zufrieden ist mit dem Ergebnis sagen: es war hart, aber wir haben das Bestmögliche herausgeholt. Zumindest wurde vor 2 Jahren der Abschluss auf diese Weise teuer erkauft: Arbeitszeitverlängerung für die Beschäftigten, dafür mehr Geld für die Gewerkschaft durch eine Erhöhung des Bruttolohnes, die nach allen Abzügen die Bezeichnung Erhöhung nicht mehr wirklich wert war.
Meine Prognose zum Tarifabschluss: 4 % mehr Bruttolohn, dafür Erhöhung der Wochenarbeitszeit um 1 Stunde, was den Arbeitslohn um 2,5 % schmälert. Also effektiv 1,5 % mehr.
Weitere Blogposts zum Thema:
- Verdi will zu Warnstreiks aufrufen (Mundane.de)
- Öffentlicher Dienst: Nicht fünf Prozent mehr für alle (Ruhrbarone)
- Droht am Donnerstag ein Streik im öffentlichen Dienst? (Pottblog)









war Verdi ernsthaft an Verhandlungen interessiert?
Ich würde die Frage eher anders stellen. Sind die Arbeitgeber wirklich ernsthaft interessiert, denn diese haben ja kein Angebot gemacht.
Das jedoch Anfang Februar als möglicher Termin sich anbot ist nicht so unwahrscheinlich, da ja schließlich Ende Januar als Verhandlungstermin feststand. Vielleicht wollten sich einfach auch nur Arbeitgeber informieren, ob es da schon Planungen gab.
Kommentar by Jens — 3. Februar 2010 @ 18:47