Seid ihr auch so genervt von den Vuvuzelas? Diese Tröten bei der WM, bei denen man die ganze Zeit das Gefühl hat, man sitzt mitten in einem Hummel- oder Bienenschwarm. Für Imker sicher ein schönes Geräusch. Für den Fußballfreund und Fernsehzuschauer nervig.
Doch nicht nur der Fernsehzuschauer ist genervt. Auch Trainer und Spieler sind durch die Vuvuzelas gestört. Kommunikation auf dem Platz zwischen Trainer und Spielern oder bei den Spielern untereinander ist kaum möglich (SpOn und BZ berichten). Dennoch lehnte Fifa-Präsident Joseph Blatter erst einmal ab. Die Vuvuzelas ist ein "Teil der Kultur Afrikas".
Das mag soweit schon richtig sein. Es stellt sich auch die Frage, ob man dem afrikanischen Kontinent durch ein Verbot nicht auch vor den Kopf stoßen würde. Vor allem jetzt, nachdem die WM bereits drei Tage läuft. Nachträglich etwas zu verbieten braucht meines Erachtens schon einen deutlich wichtigeren Grund als es mit dem Nerv-Faktor zu begründen. Einen Sicherheitsgrund oder gesundheitliche Gründe lassen sich wohl zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht mehr vorschieben. Was tun?
Für den Fußballfan zuhause am Bildschirm wäre zumindest durch die Fernsehsender die Möglichkeit vorhanden, die Frequenzen der Vuvuzelas herauszufiltern. ARD und ZDF lehnen dies - zumindest derzeit noch - ab mit der Begründung, dass die Stadionatmosphäre verloren ginge. Das ist sicherlich auch nicht von der Hand zu weisen. Ich möchte auch gar nicht wissen, wie viele sich beschweren, würde man tatsächlich die Vuvuzelas herausfiltern. Die Befürworter und die Gegner in meiner Twitter-Timeline halten sich die Waage. Ich vermute bei den Fernsehzuschauern ein ähnliches Verhältnis von 50:50.
Zumindest eines machen unsere Fernsehsender: sie drosseln die Stadionatmosphäre ab. Ich persönlich sehe die Spiele bei Sky und habe dort einmal auf die englische Tonspur umgeschalten. Aber wirklich nur kurz. Die Stadionatmosphäre war dort erheblich lauter, der Kommentator vor lauter Vuvuzela-Lärm kaum zu verstehen. Ich danke den Fernsehsendern, dass sie den Lärm zumindest absenken.
Egal, ob nun noch ein Verbot kommt oder nicht. Die erste WM auf dem afrikanischen Kontinent, die WM 2010 in Südafrika, wird in der Sportgeschichte eingehen als die WM mit den nervigen Tröten.
Die Blogosphäre schreibt zum Thema:
- Vuvuzela (powerbook_blog)
- Vuvzela (saschalobo.com)
- Vuvuzela (Lumières dans la nuit)
- WM2010 – Das Wort dieser noch jungen WM – Vuvuzela (Planet of Sports)









Mich nerven diese Tröten auch nur noch und kann sie nicht mehr hören. Leider lässt es sich nicht ändern und wir müssen damit einfach leben. Immerhin haben sie es hin bekommen, dass man endlich versteht was der Kommentator uns sagen möchte.
Kommentar by stang2k — 16. Juni 2010 @ 19:33
Also die Vuvuzelas gehören zu der Tradition der Südafrikaner. Davon konnten wir uns auch bei unserer Urlaubsreise überzeugen. Die schwarze Bevölkerung ist viel emotionaler als wir Euroopäer.
Kommentar by Felix Schmitt — 18. Juni 2010 @ 18:12
unbedingt mal ein bisschen mit dem Equalizer vom Fernseher rumspielen, ich finde man kann schon sehr viel Getröte abschwächen wenn man bestimmte Frequenzen herabsetzt
Kommentar by Tim — 27. Juni 2010 @ 13:39
komisch, zum Schluss der WM sind mir die Vuvuzelas gar nicht mehr aufgefallen. Entweder hat die ARD oder ZDF die Vuvuzela Töne perfekt gefiltert oder Menschen bleiben einfach Gewöhnungstiere!
Kommentar by Alex — 29. August 2010 @ 17:58