…er kostet nicht nur zusätzliches Geld für die Endlagerung, ein Betrag, der bis heute in seiner Höhe nicht zu beziffern ist. Man weiß jedoch, dass es horrende Summen sein werden. Denn bei der Endlagerung sprechen wir nicht über einige Jahre oder Jahrzehnte. Wir sprechen von 10.000 Jahren. Und wir sprechen davon, dass die Endlagerung nicht durch die Energieanbieter bezahlt wird. Bezahlen tut das der Steuerzahler.

Das Wort Endlagerung bezeichnet doch schon unser eigentliches Dilemma. Wir werden den Atommüll nicht los, wir können ihn nur irgendwo, gefahrlos verschlossen, lagern. Er kann nicht wie anderer Müll verbrannt werden, er verrottet nicht. Er ist hier, für 10.000 Jahre. 10.000 Jahre! Wie kann man überhaupt auf die Idee kommen, in diesen Zeiträumen zu denken? Denken wir doch erst einmal 1.000 Jahre zurück.

Vor 1.000 Jahren war Heinrich II. der Heilige König im römisch-deutschen Reich. Das war noch 150 Jahre vor Barbarossa. Vor 2.000 Jahren war Jesus Christus 14 Jahre alt und hatte bis zu seiner Taufe und damit dem Beginn seines öffentlichen Wirkens noch einmal 14 Jahre vor sich. Vor 10.000 Jahren war die Erde im Eiszeitalter und war bevölkert vom Neandertaler, Steinheimmensch, Pekingmensch und Javamensch, sowie durch Tiere wie das Mammut.

Wie wird die Erde in 10.000 Jahren aussehen? Wird es uns wirklich gelingen, das Wissen um den tödlichen Müll, den wir heute hinterlassen, solange zu beschützen, dass die Menschheit zu diesem Zeitpunkt noch darüber Bescheid weiß? Wird es uns gelingen, Bauwerke zu errichten, die im Falle des Wissensverlustes, auch 10.000 Jahre ohne jegliche Wartung und Sanierung sicher ihr gefährliches Lagergut vor der zukünftigen Menschheit, den Tieren und den Pflanzen zu bewahren? Auch der zukünftige Mensch wird seinen Wissensdurst nach der Vergangenheit ebenso stillen wollen, wie wir es heute tun. Der zukünftige Mensch wird ebenso Wissenslücken über die Vergangenheit haben, wie wir sie heutzutage haben. Oder wissen wir etwa sicher wie die Pyramiden gebaut wurden? Wie es möglich war, diese so präzise zu berechnen, dass sie keinen Schatten werfen?

Neben den horrenden Kosten, die von der Endlagerung produziert werden, sind also noch eine Menge weiterer Fragen und Probleme unbeantwortet. Falsch, es gibt eine Antwort: Wir können es nicht garantieren. Und hier sind wir beim Kern der Sache. Wir hausen auf der Erde in egoistischster Weise und sagen: Und nach uns die Sintflut.

Deutschland hatte einen gute Lösung gewählt, als die rot-grüne Regierung den Atomausstieg formuliert hat. Kein Neubau von Atomkraftwerken, Restlaufzeiten für die bestehenden AKW’s. Damit wurde genügend Zeit verschafft, sich um Alternativen zu kümmern, die Forschung von der Atomkraft auf die regenerativen Energien zu verlagern und Ergebnisse zu erzielen. Die schwarz-gelbe Bundesregierung macht nun diesem Ausstieg ein Ende: entgegen jeglicher Vernunft. Der Ausstieg vom Ausstieg kostet uns nicht nur weiter Belastungen auf Kosten der Steuerzahler, es kostet uns auch unsere Zukunft. Die Zukunft der Menschheit.

Arte hat im Oktober 2009 einen gut recherchierten, aber auch sehr beklemmenden Dokumentarfilm ausgestrahlt: Albtraum Atommüll. Dieser Film sollte Pflichtlektüre für einen jeden Bewohner unseres blauen Planeten sein. Auf YouTube hab ich den Film in 10 Teilen gefunden. Ich wiederhole: das gehört zur Pflichtlektüre.

Und an unsere schwarz-gelbe Regierung gebe ich nur eine Empfehlung ab: Wenn ihr schon den Ausstieg vom Ausstieg haben wollt, dann bürdet die Kosten für die Endlagerung unter staatlicher, politisch und wirtschaftlich unabhängiger Aufsicht an die Atomkraftwerksbetreiber auf. Dann wird sich das Thema Atomstrom ganz schnell von selber wegen Unwirtschaftlichkeit erledigt haben.