Archive for the ‘Allgemein’ Category

Hartmut Mehdorn als Chef von Air Berlin vorgeschlagen

Donnerstag, August 18th, 2011
Air Berlin landet in Hamburg-Fuhlsbüttel / Foto: Marcus Bölt

Hoffentlich landen sie auch zukünftig noch sicher mit Air Berlin. Foto: Marcus Bölt

Heute Morgen hat Air Berlin-Chef Joachim Hunold öffentlich verkündet, dass er seinen Rücktritt zum 1. September angeboten hat. Gleichzeitig schlug er den früheren Bahn-Chef Hartmut Mehdorn als vorübergehenden Nachfolger vor. Ob dies eine weise Entscheidung war darf angesichts des Scherbenhaufens Deutsche Bahn, den Hartmut Mehdorn hinterlassen hatte, angezweifelt werden.

Als Bahnchef hat sich Hartmut Mehdorn einige Schnitzer geleistet. Nicht nur, dass er einen extrem harten Sparkurs diktiert hat, an dem die Bahn noch einige Jahre zu leiden hat, trotz teilweiser Umkehr durch Rüdiger Grube.  In die Verantwortung von Hartmut Mehdorn fallen auch Marketing-, Vertriebs- und Führungsdesaster. Als Beispiel sei hier die Tarifreform von 2003 genannt, mit der erfolglosen Abschaffung der BahnCard 50. Zu groß war der Widerstand und die Empörung bei den Kunden der Bahn. Die Reform musste reformiert werden.

2008 wurde das Jahr der Achsen. Nach einer Entgleisung eines ICEs auf der Kölner Hohenzollernbrücke mussten die Züge öfters zum Achsencheck. Es wurden Haarrisse entdeckt, die Züge mussten noch öfter zum Check. Bei den ICE-T-Zügen konnte sogar die Neigetechnik nicht mehr zum Einsatz kommen. Die Folgen waren Zugausfälle, Kapazitätseinschränkungen und Fahrzeitverlängerungen. Die Werkstätten waren überlastet, die Kapazitäten durch den konsequenten Abbau der Jahre vorher nicht mehr vorhanden. Die Checks wurden in den Vorgängerjahren immer weiter auseinandergezogen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis so etwas passieren musste. Es war unheimliches Glück, dass die Achse des ICE nicht 30 Minuten vorher bei 300 km/h gebrochen ist.

Doch nicht nur die ICEs waren von den Achsen betroffen, viele weitere Baureihen – darunter auch die Berliner S-Bahn – verwendeten die gleichen Achsen. Das Berliner S-Bahn-Chaos von 2009 – schon nach Mehdorn aber Auswirkungen aus seiner Amtszeit – ist vielen noch deutlich in Erinnerung. Den Berliner Fahrgästen sowieso, ist die S-Bahn doch bis heute noch nicht in den normalen Betrieb zurückgekehrt. Hier waren es nicht nur die Schließung von Werkstätten, auch gefälschte Papiere sind der Grund für das Chaos – als Folge eines absoluten Sparwahns.

Auch die Speisewagen wollte Hartmut Mehdorn 2003 abschaffen. Gerade die Speisewagen sind eigentlich ein absolutes Alleinstellungsmerkmal der Bahn. So etwas gibt es im Flugzeug nicht, das kann das Auto nicht bieten: unterwegs gemütlich speisen und gleichzeitig vorwärts kommen. Auch hier scheiterte Mehdorn am Widerstand der Öffentlichkeit.

Die 10 Jahre der Deutschen Bahn unter Hartmut Mehdorn ist gefüllt mit Pleiten, Pech und Pannen, Streiks und der Datenschutzaffäre, bei der die Bahn ihre eigenen Mitarbeiter ausspähen ließ. Es bleibt zu hoffen, dass die Ära Hartmut Mehdorn – sofern sie denn wirklich kommt – auch nur eine kurze Interims-Ära wird und ein richtiger Nachfolger für Joachim Hunold gefunden wird. Ansonsten kann man nur sagen: Tschüß, Air Berlin. Deine Tage sind gezählt.

Kommentare auf Moderation umgestellt

Freitag, Juni 24th, 2011

In eigener Sache möchte ich meinen regelmässigen Kommentatoren mitteilen, dass ab sofort jeder Kommentar von mir erst freigeschalten werden muss. Hintergrund sind eine exzessiv steigende Anzahl an SPAM-Kommentaren, die manuell eingegeben und dadurch vom SPAM-Filter nicht erkannt werden.

Bisher wurden nur die Erst-Kommentare moderiert, weitere Kommentare des selben Users wurden automatisch freigeschaltet. Da ich aber nun befürchte, dass auch normale Erstkommentare geschrieben werden um anschließend vollzuspammen, habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen.

Ich werde aber auch weiterhin keine Zensur an den Kommentaren vornehmen, es sei denn bei extremen Beleidigungen, Rechtswidrigkeiten, üble Nachreden usw. Und natürlich bei SPAM.

Umzug vollzogen

Montag, April 18th, 2011

Der Umzug des Blogs in seine neue Heimat ist nach etwa einer Woche vollzogen worden. Damit ist auch die Kommentarfunktion wieder verfügbar. Und neue Artikel hab ich zwischenzeitlich auch wieder in den Startlöchern. Danke für Eure Geduld.

2 Euro, die Dir als Einzelnen nicht weh tun

Samstag, März 12th, 2011

Aber in der Summe hilfts. Deshalb hat Groupon City Deal die Aktion gestartet: 2 EUR Spenden für die Erdbeben-Opfer in Japan. Für jeden Deal, legt Groupon noch einmal 2 EUR 1 EUR drauf. Das Geld geht an das Rote Kreuz in Japan. 2 EUR, die uns als einzelne Person nicht weh tun. Deshalb, mach mit!

Ich finde das eine super Aktion und habe natürlich selbst mitgemacht. Und bitte nicht nur mitmachen, sondern auch weiterverbreiten. Danke!

Update: Der erste Deal ist ausgelaufen, aber Groupon hat einen neuen Deal eingestellt. Auch wenn Groupon nur noch 1 EUR für jede 2 EUR-Spende drauflegt ist das immer noch Geld, das dringend gebraucht wird. Und die Masse machts, uns tut es nicht weh.

Wieviele Meter braucht DHL um ein Päckchen zu verlieren?

Samstag, Februar 12th, 2011

Die Antwort: 2 Meter reichen aus, den Beweis habe ich diese Woche erlebt. Ich nutze bei DHL-Versand ja grundsätzlich die Packstation. Da kann ich in Ruhe meine Päckchen und Pakete abholen, wann ich will. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Aber letztens bekam ich diese SMS dreimal:

Okay, hin und wieder kommt das vor. Aber ärgerlich ist das jedes Mal, hat die Filiale doch so kundenfeindliche Öffnungszeiten bis um 17.30 Uhr. Da komme ich gerade noch hin von der Arbeit, eine S-Bahn später darf ich nicht mehr dran sein. Und genau deswegen nutze ich die Packstation ja eigentlich. Also bin ich am Mittwoch ab zur Postfiliale um meine drei Päckchen abzuholen. Dort dann die Überraschung: sie haben nur zwei Päckchen.

Das dritte Päckchen ist – auch nach mehrmaliger Suche der Filialangestellten – nicht auffindbar. Es ist das Unglaubliche passiert: auf dem Weg von der Packstation, die direkt neben dem Eingang zur Postfiliale steht bis in die Filiale selbst ist ein Päckchen verloren gegangen. Irgendwo ins Nirwana verschwunden.

Ich weiss nun nicht, was mich mehr ärgert. Die Umleitung in die Filiale, die das ganze Packstation-System ad absurdum führt, oder das auf zwei Metern verloren gegangene Päckchen. So oder so: es spricht nicht für DHL als kundenorientiertes Unternehmen. Es schreit mehr für DHL als Saftladen. Dabei machen Sie doch eigentlich Werbung für: Rund um die Uhr Pakete abholen, frankieren und verschicken. Tja, wohl eher nicht.

Auto oder nicht Auto – das ist hier die Frage

Donnerstag, Februar 3rd, 2011

Zumindest beschäftigt mich das derzeit. Seit einigen Jahren lebe ich ohne Auto. Das war bisher auch sehr erfolgreich. Aber verschiedene Umstände lassen mich überlegen, ob ich nicht doch wieder eines anschaffen sollte.

Zum Einen liegt das an einer sich demnächst verändernden Einkaufssituation im Ort. Wir haben hier zwei Supermärkte – einen REWE und einen Netto. Meiner Meinung nach ergänzen sich beide wunderbar, jedoch mit einem alleine kommt man auch nicht aus. Beide sind für mich zu Fuß zu erreichen, der Netto liegt sehr günstig direkt am Bahnhof, zum REWE geht es komplett in eine andere Richtung, ist aber dennoch erreichbar.

In der ersten Jahreshälfte jedoch wird der REWE umziehen, in einen Neubau westlich des bisherigen Ortsausgangs. Das ist von mir aus gesehen dann eine Entfernung, die man zu Fuß – erst Recht mit Tüten voll mit Einkäufen – nicht mehr bewältigen kann. Davon, dass der Markt dann weit von der Ortsmitte mit anderen Geschäften entfernt ist, möchte ich gar nicht reden. Über die Ortspolitik, die den Umzug befürwortet, kann man streiten. Definitiv zwingt sie mich, hier auf die veränderte Situation zu reagieren. Das wäre zum Beispiel in der Wiederanschaffung eines Autos. Als andere Lösung könnte ich mir auch vorstellen, nach der Arbeit noch in München beim REWE einzukaufen, da liegt einer verkehrsgünstig direkt am Pasinger Bahnhof.

Als zweiten Grund, der mich über ein Auto nachdenken lässt, ist die Talfahrt der Zuverlässigkeit und Sauberkeit der öffentlichen Verkehrsmittel und das Spiel der Gewerkschaften mit den Fahrgästen. Egal ob S-Bahn oder U-Bahn, beides schenkt sich hier nichts. Fahrzeugstörungen sind an der Tagesordnung, Störungen mit teils erheblichem Ausmaß auf den Fahrplanablauf häufen sich. Gerade während der Hauptverkehrszeiten ist der Fahrplan oft das Papier nicht mehr wert, auf dem er gedruckt ist. Letzteres ist bei der U-Bahn häufiger als bei der S-Bahn, aber auch die S-Bahn hatte schon deutlich bessere Zeiten.

Das alljährliche Spiel der Gewerkschaften, die Kunden mit Streik zu bestrafen, während sie selbst zu keinerlei Zugeständnissen bei ihren eindeutig überzogenen Forderungen bereit sind, ist wieder ein weiterer Punkt. Wozu zahlen wir Pendler eigentlich Monat für Monat, Jahr für Jahr ein Haufen Geld, wenn es dann einfach heisst: Pech gehabt, es gibt nichts zurück und fahren tun wir auch nicht. Gelegenheitsfahrer fahren dann einfach nicht oder mit dem Auto – und brauchen die Fahrkarte auch nicht kaufen. Der Pendler aber schaut mit dem Ofenrohr ins Gebirge. Bei allem Verständnis für den Streik als Mittel im Tarifkampf, aber das, was sich die Gewerkschaften hier die letzten Jahre geleistet haben, ist zuviel. Wenn ich mich auf das System nicht mehr verlassen kann, dann möchte ich es auch verlassen.

Ich bin total zwiegespalten: eigentlich möchte ich kein Auto. Es kostet Geld, macht Arbeit und raubt mir die Zeit für meine Bücher, die ich im ÖPNV so entspannt lesen kann. Ausserdem bin ich eigentlich ziemlich Stolz darauf, entgegen des Stroms mein Leben ohne Auto zu bestreiten. Obwohl mein Kopf sich derzeit noch gegen die Anschaffung wehrt, wächst mit jeder Störung des Betriebs und mit jedem Zähnefletschen und jedem Ruf nach Streik die Sehnsucht nach einem fahrbaren Untersatz. Die Abzocke – und als was anderes kann man es nicht mehr bezeichnen – der Verkehrsunternehmen, für immer weiter steigende Preise eine immer größere Unzuverlässigkeit durch Sparwahn zu bieten, habe ich richtig satt.

Wie ich mich auch entscheiden werde, die Kündigung meines Fahrkartenabos im letzten Jahr war alles andere als voreilig. Die Kündigung ist schon lange überfällig, bin ich doch ohne Abo deutlich flexibler. Ich kann jetzt Monat für Monat oder auch Woche für Woche über den Geltungsbereich entscheiden und ihn für meine Vorhaben entsprechend anpassen – etwas, das ich mit dem Abo nicht konnte. Und der MVV zeigt sich den Pendlern gegenüber auch nicht gerade freundlich – die Erweiterungsmöglichkeiten der Pendler-Zeitkarten sind extrem unzureichend und riechen sehr nach Abzocke.

Vernetzung
Suche
Archive

Copyright © 2012 Smirnes Blog. Search Engine Optimization by Star Nine. Distributed by Wordpress Themes