1. September 2010

Nächster Halt: fällt heute aus

Category: Bus und Bahn — smirne @ 20:25

Vielleicht hätte ich doch einfach mit der S-Bahn fahren sollen. Aber ich habe mich heute nachmittag entschieden mit dem Regionalexpress nach Fürstenfeldbruck zu fahren. Dem einzigen Regionalexpress am Tag, der in Fürstenfeldbruck hält. Nach Feierabend fährt der Zug für mich wirklich zu einer günstigen Zeit, ist genau die nächste Fahrgelegenheit und hält nicht überall. Und heute leider auch nicht in Fürstenfeldbruck.

Obwohl der Zugzielanzeiger in München-Pasing den Halt Fürstenfeldbruck auch noch verkündete. Auch die Zugbegleiterin erwähnte in ihrer Begrüßungsdurchsage: “Unser nächster fahrplanmäßiger Halt ist Fürstenfeldbruck.” Ja, schön wäre es gewesen. Stattdessen fuhr der Zug mit rasantester Geschwindigkeit durch. Ich dachte mir doch: er müsste halten. Und schon war der Bahnhof vorbei. Da fragte ich mich: wann merken sie es?

Die Zugbegleiterin merkte es sofort, kaum waren wir durch kam sie schon schnellen Schrittes wieder an mir vorbei und lief schnurstraks zu ihrem Telefon, mit dem sie Verbindung zum Lokführer aufnehmen konnte. Der Zug hielt dann mitten auf freier Strecke an, der Lokführer machte wohl gerade mit der Transportleitung und/oder Fahrdienstleiter einen ausserplanmässigen Halt in Buchenau aus, eine S-Bahn-Station nach Fürstenfeldbruck. Dort durften wir “Vergessenen” dann aussteigen und mit der nächsten S-Bahn die Station zurückfahren.

Diese Aktion, über die ich eigentlich nur Schmunzeln und Lachen kann, kostete 15 Minuten, die mir leider später gefehlt haben und mein letzter direkter Bus nach Hause weg war – um 10 Minuten verpasst. Ich wusste ja, warum ich mit diesem Zug fahren wollte. Es war so schön geplant. Der Heimweg mit Umwegen über andere Buslinien brachte mich dann insgesamt um eine Stunde später nach Hause. Warum? Weil wir alle Menschen sind. Auch Lokführer. Und die vergessen halt auch mal einen Halt.

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25. August 2010

Man soll ja nicht immer nur jammern

Category: Bus und Bahn — smirne @ 14:32

…auch wenn es einem leichter fällt zu jammern und zu kritisieren. Man erzählt immer nur, was schlecht läuft. Ned gschimpft ist gnua globt. Da fasse ich mich jetzt mal an die eigene Nase und ändere es: bei der gestrigen Störung bei der S-Bahn München ist alles super gelaufen. Auch wenn natürlich die Störung selbst ärgerlich war.

Ich habe das so erlebt: ich war auf dem Weg nach München, als mein Zug in Laim nicht mehr weiterfuhr. Nach wenigen Minuten wurde vom Lokführer durchgesagt, dass eine Folie in der Oberleitung hängt und es deswegen vorerst nicht weiter geht. Über die Dauer der Störung hatte er auch keine Informationen. Ich blieb erst noch im Zug drin, ich kenne das gut, da wird eine Störung ausgerufen und kurz drauf gehts wieder.

Nach ca. 20 Minuten wurde dann erst am Bahnsteig und anschliessend im Zug durchgesagt, dass es nicht mehr weiter geht und die Stammstrecke länger gesperrt ist. Während am Bahnsteig das aktuelle Notprogramm durchgesagt wurde, hat der Lokführer die Empfehlung zur Weiterfahrt gegeben: mit dem Bus 51 zum Laimer Platz und anschließend mit der U-Bahn. Finde ich super, dass man nicht mehr wie früher einfach sagt es geht nix, sondern dass man noch dazu sagt wie man weiter kommt. Das ist Service, wie ich ihn mir vorstelle.

Ich bin der Empfehlung nicht gefolgt, weil ich genau wusste, dass die Busse bis zum Bersten voll sind und habe mir einen anderen Weg gesucht: mit Bus 151 zum Westfriedhof und von dort mit der U1 zum Hauptbahnhof. Und in der U-Bahn gab es dann die nächste Überraschung: sowohl am Bahnsteig wurde durch die U-Bahn-Zentrale auf die S-Bahn-Störung hingewiesen, als auch im Zug durch den U-Bahn-Fahrer selbst. Auch das ist wieder Service, wie ich ihn mir vorstelle. Verkehrsmittel- und verkehrsunternehmensübergreifend. Immerhin ergänzen sich die Verkehrsmittel innerhalb des Verkehrsverbundes.

Auch der Störmelder der S-Bahn kam relativ zügig und – das ist man von früher auch anders gewohnt – sogar mit richtigen Informationen. Nach etwa einer Stunde war die Störung behoben und die Sperrung aufgehoben. Auch hier hat man gut reagiert und zur Stabilisierung des Fahrplans – muss ja alles erst wieder anlaufen – die beiden Linien die am Ostbahnhof enden erstmal aus der Stammstrecke rausgelassen. Nach einer weiteren Stunde hat man auch hier die Einschränkung aufgehoben und es lief wieder alles normal. Auch darüber hat der Störmelder rechtzeitig informiert.

Alles in allem war es ein Störungsmanagement wie ich mir es als Fahrgast nur wünschen kann. Klar, keine Störung wäre mir lieber. Aber hier ist von meiner Position aus alles richtig gelaufen: Danke, S-Bahn München. Danke, MVG. Danke an die Mitarbeiter. Bitte weiter so.

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9. August 2010

S-Bahn München: geplante Unterkapazität

Category: Bus und Bahn — smirne @ 13:06

Wegen umfangreicher Bauarbeiten fährt meine Hauslinie heute nur im 40-Minuten-Takt (statt im 20- und 10-Minuten-Takt). Das ist im Internet schon seit Wochen angekündigt und extra in die Ferienzeit gelegt worden, da hier das Verkehrsaufkommen ein wenig schwächer ist, als an normalen Tagen. Löblich, liebe Bahn, es hatte echt den Anschein, als wenn hier wirklich gut geplant war. Die heutige Ausführung ist jedoch nur als extrem mangelhaft zu bezeichnen.

Zugegeben, das Bild rechts ist nicht von heute, sondern vom 9.11.09, als aufgrund eines Ausfalls der Zugnummernmeldeanlage wieder einmal eng wurde. Aber das Bild hätte man heute auch machen können. Denn ich musste um kurz nach 9 Uhr nach München fahren und gut vorbereitet wie ich als Fahrgast war, wusste ich, dass die S-Bahn um 9.12 Uhr fährt, die S-Bahn um 8.42 Uhr, 8.52 Uhr und 9.02 Uhr (jeweils Vollzüge = 2 Triebwagen) entfielen. Nun hätte man ja meinen können, dass aufgrund der geplanten 4-in-1-Bahn die maximale Zuglänge (Langzug = 3 Triebwagen) ausgenutzt wird. Aber Pustekuchen: die S-Bahn München war der Meinung, dass die Kapazität von 8 Triebwagen auch locker in 2 Triebwagen passt.

Nunja, gepasst hat es irgendwie. Irgendwie halt. Dicht an dicht, eng an eng stand die Leute, Gruppenkuscheln nennt man sowas. Wirklich angenehm war das nicht. Und da ja auch schönes Wetter war und Ferienzeit ist, sind natürlich auch viele Ausflügler unterwegs – mit Fahrrädern. Dazu noch das Klientel, das sowieso am Vormittag unterwegs ist: Mütter mit Kinderwagen, Senioren mit Rollatoren. Aber, wohin damit? Und vor allem, wenn man mal drin ist, wie wieder raus durch die Massen? Lange Standzeiten und Verspätung waren ebenso die Folge wie Wut, Hass und Frustration powered by S-Bahn München. Freunde haben sie sich damit nicht geschaffen. Und Kunden gewinnt man so auch nicht – eher das Gegenteil: man wird die Kunden auf diese Weise auch ganz schnell los.

Nein, S-Bahn München, das war heute wirklich nix. 175 Jahre Erfahrung der Deutschen Bahn und ihrer Vorgängergesellschaften haben nichts geholfen, hier wurde gepfuscht. Als im Juli 2007 ein IC bei Gröbenzell entgleist ist und aufgrund der Umleitung die 10-Minuten-Takt-Verstärker ausgefallen sind, hat die S-Bahn München es auch kurzfristig geschafft, die Regelzüge auf Langzüge zu verstärken. Offenbar war die Vorlaufzeit für geplante Bauarbeiten zu lange um die Zuglänge bedarfsgerecht anzupassen.

Am Rande erwähnt sei, dass im Bahnhof München-Pasing die Baustellenkommunikation der S-Bahn eine Katastrophe ist. Als Aushänge finden sich nur die nächtlichen Bauarbeiten auf der Stammstrecke und die große Sperrung der S7, die an dem Bahnhof noch nicht einmal verkehrt. Infos über die Einschränkungen auf der S3 (oder auch S6 und S8 haben derzeit abends Einschränkungen)? Fehlanzeige. Durchsagen? Hat Pasing überhaupt noch/schon wieder Lautsprecher? Und laut bei den Zugzielanzeigern darf man ruhig die Via-Anzeigen anpassen. Maisach kommt erst nach Lochhausen.

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5. Mai 2010

Nahverkehr in München – iPhone Apps im Test

Category: Bus und Bahn,Computer, iPhone und Internet — smirne @ 11:31

Der Nahverkehr in München ist im Februar vom ADAC zum besten Nahverkehr in Europa gewählt worden. Im App Store finden sich etliche Apps für den Nahverkehr in München, viele davon sind meiner Meinung nach absolut unbrauchbar. Ein paar habe ich getestet und möchte sie nun vorstellen.


Fotostrecke App-Test Nahverkehr München

(weiterlesen…)

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29. April 2010

Deutsche Bahn – Lügen mit staatlicher Unterstützung

Category: Bus und Bahn,Politik — smirne @ 17:13

Die Deutsche Bahn hat aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung 300 Millionen Euro bekommen, um ihre Stationen zu sanieren. Bahnchef Rüdiger Grube sagt in einer Pressemeldung “Die Bundesmittel kommen bei unseren Kunden an”.

Wirklich? Die Bahn hat 2009 einen Gewinn von 1,8 Milliarden Euro eingefahren. Die Bahn ist natürlich so hilfsbedürftig, dass sie 300 Millionen Euro staatliche Unterstützung braucht, sonst wäre der Gewinn ja nur 1,5 Milliarden Euro. Das kann man doch wirklich nicht von der Bahn erwarten, dass sie für so einen schmalen Gewinn ihre Stationen noch auf eigene Kosten instand hält.

Und was sagt unsere Bundesregierung? Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagt dazu: “Sie erhalten umfangreiche Informationen über unsere bundesweiten Maßnahmen zur Sanierung von mehr als 2.000 Stationen. Auf diese Weise wird sichtbar, wie wir die 300 Millionen Euro aus den Konjunkturpaketen für mehr Qualität einsetzen. Die Bundesregierung investiert in die energetische Sanierung der Empfangsgebäude, in ein besseres Informationsangebot für die Kunden, in barrierefreie Zugänge, in Wetterschutz und die Sicherheit der Bahnhöfe.” Ich glaube, das braucht keinen weiteren Kommentar.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: die Deutsche Bahn beteiligt sich an der Sanierung zusätzlich zu den 300 Millionen Euro der Steuerzahler selbst auch mit 25 Millionen Euro. Wow.

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4. April 2010

Neulich in der S20…

Category: Bus und Bahn — smirne @ 21:09

Ich saß zwei Jugendlichen gegenüber und wurde unweigerlich Zeuge dieses Gesprächs:

1: Ruf mich dann mal an, wenn Du dort bist.
2: Okay, mach ich. Gib mir mal Nummer.
1: Du hast meine Nummer.
2: Nee, nur die alte.
1: Okay, meine Nummer ist…weiß ich jetzt nicht. Ich lass einfach schnell anklingeln
1 versucht 2 anzurufen.
1: Der Teilnehmer ist nicht erreichbar.
2: Ja, weil Du meine alte Nummer hast. Moment, meine ist 0123456789.
1 ruft wieder 2 an. Es klingelt kurz bei 2.
2: Oh, ich hatte Deine Nummer doch.

Sag mal, wisst Ihr eigentlich wie schwer es ist, als Mitfahrgast die nicht gleich laut loszulachen????

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