Archive for the ‘Bus und Bahn’ Category

Wenn man mal den Notruf braucht… funktioniert er nicht

Montag, Oktober 3rd, 2011
Was macht eine Sprechstelle?

Sprechstelle in der S-Bahn.Foto: Jürg Stuker. Quelle: flickr.

Gleich zweimal innerhalb weniger Wochen war es notwendig, dass ich einen Notruf absetze. Einmal per Handy und einmal über die Sprechstelle in der S-Bahn. Und wie die Überschrift verrät, beide Male funktionierte es nicht. Wenn ihr mich fragt, ein absoluter Skandal für ein Land, das sich Hochtechnologieland schimpft und stolz darauf ist, wie sozial und sicher es doch hier ist.

Zugegeben, es war in einer absoluten Einöde in der ich den Notarzt anrufen musste. Die Empfangsstärke des Handys schwankte von einem bis zu allen Balken, von Meter zu Meter unterschiedlich. Und dennoch: als ich die 112 wählte wurde mir fast voller Empfang und sogar mit 3G angezeigt. O2 sah sich offensichtlich trotzdem nicht in der Lage, die Verbindung zum Notruf herzustellen. Auf einen Tweet an den Support gab es bis heute keine Antwort. Der Notarzt kam dennoch – klassisch über Festnetztelefon herbeigerufen.

Gestern nachmittag in der S-Bahn nach Hause dann die nächste Situation. Eine Schlägerei im Zug, Kinder die Papa schreien und heulen, Fahrgäste die nach vorne flüchten und die Kinder aus der Gefahrenzone holen. Klare Situation: den Lokführer informieren, die Polizei muss her. Da es im hinteren Zugteil war blieb nur die Notsprechstelle. Gedrückt und die LED “Warten” leuchtet auf. Einige Sekunden später blitzt das “Sprechen” auf und die Sprechstelle ist wieder aus. Nochmal gedrückt – selbiges passiert wieder. Auch beim dritten, vierten Mal drücken. Der Lokführer hat nicht reagiert. Am nächsten Halt ist dann eine Dame schnell vorgelaufen, andere haben die Tür aufgehalten, damit der Zug nicht losfährt.

Für was gibt es die Sprechstelle überhaupt? Offensichtlich war dem Lokführer egal was im Zug passiert. Ich möchte nun nicht unterstellen, dass er einfach die Sprechstellenanforderung gelöscht hat. Vielleicht war es auch nur ein technischer Defekt im Mikrofon oder im Lautsprecher. Aber die Anforderung muss er definitiv mitbekommen haben, auch dass kurz hintereinander mehrfach angefordert wurde. Da hätte meines Erachtens ein Hinweis über die Innenlautsprecher erfolgen müssen, eine andere Sprechstelle zu benutzen. Offensichtlich sind dem Lokführer seine Kunden scheiß egal. Danke auch, und solche Leute werden von unseren Steuern und Fahrgeldern bezahlt.

Es ist beschämend, dass wir in unserer hochtechnologisierten und sicherheitssensibilisierten Gesellschaft solche Erfahrungen machen müssen. Ein Notruf sollte in jeder Lage sicher und ohne Zeitverlust abzusetzen sein. Schöner wäre es natürlich, man bräuchte so etwas wie einen Notruf überhaupt nicht. Aber das ist nur Wunschdenken.

CSU weiter für Lohndumping bei den Bahnen

Freitag, August 19th, 2011

Wie Eurailpress.de berichtet, hat sich die CSU dagegen ausgesprochen, dass die Ausschreibungsvergaben des schienengebundenen Nahverkehrs in Bayern durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) an repräsentative Tarifverträge gebunden werden. Die CSU spricht sich damit eindeutig für Lohndumping aus. Auf Kosten der Beschäftigten. Auf Kosten der Bürger. Auf Kosten unser aller Wohl.

Nahverkehr in München – iPhone Apps im Test – Teil 4: S-Bahn München mit Positionsanzeige im Internet

Donnerstag, August 11th, 2011

Website S-Bahn München Echtzeitpositionen

Eine super Idee, welche die S-Bahn München vor einigen Wochen ins Internet gestellt hat. Unter http://s-bahn-muenchen.hafas.de wurde eine Positionsanzeige ins Internet gestellt, die eine ungefähre Echtzeitposition der einzelnen Züge darstellt.

Ungefähr bedeutet, aus den Positionsdaten der Züge in den Stellwerken und dem Fahrplan wird unter Berücksichtigung der Verspätung die Position berechnet, an welcher der Zug sein soll. Aus diesen Positionsberechnung werden die einzelnen Züge dann in einer Google-Map dargestellt. Die Darstellung lässt sich nach einzelnen Linien filtern, es können aber auch nur die Züge eingestellt werden, die mit x Minuten Verspätung oder mehr verkehren.

Echtzeitposition S-Bahn München mit Nachverfolgung eines einzelnen Zuges

Es sei nochmals erwähnt: das sind berechnete Position, die Echtzeitdaten zur Grundlage haben und kommen damit wohl ziemlich genau, aber nicht 100%ig an die Postionen ran. Ein nettes Gimmick ist es auf jeden Fall. Und wenn alles pünktlich läuft, treffen sich auf allen Linien die Züge mit der Gegenrichtung um genau 30 Sekunden vor den Minuten 0/10/20/30/40/50, in der Stammstrecke jeweils 30 Sekunden hinter diesen Minuten.

Zur Kontrolle über den aktuellen Stand ist das sicher ein nettes Zusatztool, bisher konnte man nur im RIS nachschauen, bei dem jedoch nur in 5 Minuten-Schritten die Verspätungen angezeigt wurden. Das ganze funktioniert jedoch nach Aussage der S-Bahn München nicht bei Streckensperrungen. Dort werden andere Zugnummern vergeben, bei denen das System keinen Fahrplan kennt. Ich hoffe jedoch, dass man auch hierfür eine Lösung finden wird und in Zukunft auch die Echtzeitpositionen genauer sind.

Icon "Navi S-Bahn München"

Seit heute gibt es das Navi S-Bahn München als iPhone- und Android-App, das genau die gleichen Funktionen wie die Website der S-Bahn zu den Echtzeitpositionen bietet. Für die mobile Information unterwegs. Screenshots der iPhone-App gibt es als Fotostrecke.

Liebe Bahn, bitte mehr davon, am besten für ganz Deutschland.

Die @DB_Bahn twittert

Sonntag, August 7th, 2011

Zugegeben, das ist keine neue Meldung. Das ging vor ein paar Wochen, als die Bahn mit dem twittern begonnen hatte, ja fleißig durch die Medien. Beim @mahrko könnt ihr nachlesen, welcher Aufwand bei der Bahn betrieben werden musste um den Twitter-Account @DB_Bahn starten zu können und weitere Hintergrundinfos, wie das intern gehandhabt wird. Insofern soll das hier kein Wow, die Bahn twittert-Beitrag werden, sondern ein Wow, das funktioniert richtig gut-Beitrag.

Früher gab es ja schon einmal einen Versuch der Bahn, mit den Kunden via Twitter in Kontakt zu treten. Das Dialog-Team von DB Regio Bayern aus Nürnberg hatte schon einmal ein Account eingerichtet, sind aber irgendwann verstummt. Warum kann ich jetzt nur spekulieren, ich vermute, man hat den Aufwand dafür einfach unterschätzt. Schade, denn Twitter ist die Kommunikation mit dem Kunden über den kurzen und schnellen Weg.

Nun ist man eben vor einigen Wochen bundesweit mit dem Account @DB_Bahn auf Twitter gestartet. Natürlich bin ich sofort gefolgt und hatte auch vor, den direkten kurzen Weg zu nutzen. Und das hab ich jetzt auch schon getan und bin begeistert:

Dieser Zugvoranzeiger am Münchner Marienplatz ist seit Wochen kaputt. Wird da auch mal was repariert? @DB_Bahn http://twitpic.com/5tj8me

@marcusboelt Danke für die Meldung. Die Kollegen vor Ort wissen schon Bescheid und kümmern sich darum. /jn

Ob der Anzeiger jetzt repariert ist, entzieht sich meiner Kenntnis, ich bin seitdem nicht mehr vorbeigekommen. Persönlich vermute ich mal, dass nicht. Aber da kann das Twitter-Team ja nichts dafür. Auf jeden Fall hätte ich niemals so etwas per E-Mail gemeldet, bis ich zuhause bin hab ich das zum einen vergessen, zum anderen hätte ich erst das Foto vom iPhone auf den Rechner laden müssen zum anhängen – zuviel Aufwand. Auch per Telefon hätte ich das sicher nicht gemeldet, ich rufe doch keine abzockteuren 0180-Nummern an, damit ich der Bahn einen Defekt ihrer Anlagen melde.

@DB_Bahn Darf man mit dem Weltmeisterinnenpass eigentlich auch den RailJet bis Salzburg benutzen?

@marcusboelt Ja, mit dem Weltmeisterinnen-Pass können Sie den RailJet bis Salzburg nutzen. /jn

Auch hier eine kurze und knackige Frage, die auch innerhalb kurzer Zeit beantwortet wurde. Ohne, dass man sich irgendwo in einem Reisezentrum anstellen muss, ohne, dass man dafür extra Zeit aufwenden muss, ohne, dass einem ein unmotivierter Mensch mit ostdeutschem Dialekt unfreundlich antwortet. Super bequem.

Kostenlos Toblerone von @DB_Bahn Danke schön.

@marcusboelt Mmhh lecker, da hätten /me und /mi auch ganz dolle Lust drauf ;-) . /mi

Ich glaube, hier wissen die Damen und Herren von @DB_Bahn selber noch nicht einmal den Hintergrund. Ich fuhr vergangenen Dienstag im ICE 545 und zwischen Hannover und Berlin wurden als Entschädigung für die bauarbeitenbedingte Fahrzeitverlängerung kostenlos Tageszeitungen und Toblerone gereicht. Und ich wollte meine Timeline einfach mal dran teilhaben lassen. Dass dann @DB_Bahn auch gleich drauf reagiert hätte ich nicht gedacht, aber es zeigt, dass man den Account auch unbedingt menscheln lassen will. Finde ich Klasse!

Folgt Ihr schon @DB_Bahn? Wird höchste Zeit. Und bitte so weitermachen!

Ich bin Weltmeisterin – 4: Zugauswahl nach Steckdosen

Samstag, August 6th, 2011

Innenraum eines ICE 2 im ReDesign

Als mobiler Mensch bin ich immer von einem geplagt: der Akku meines iPhones wird immer irgendwann leer und wenn ich viel unterwegs bin wird er das auch noch mitten am Tag. Auch die Zeit in den Zugfahrten lassen sich wunderbar mit Spielen, Videos, Twitter und Facebook vertreiben, aber man kommt dann einmal quer durch die Republik gefahren nur noch 30-40% Akku an – an die Rückfahrt ist gar nicht mehr zu denken, der Rest-Akku geht sicher noch vor Ort aus.

Aber die Deutsche Bahn hat ja an Leute wie mich gedacht, die ständig mit Handys und Laptops unterwegs sind und hat in ihren Fernverkehrszügen seit längerem schon Steckdosen eingebaut. Erst gab es sie nur an den Plätzen mit Tischen, seit 1997 der ICE 3 erschienen ist, hat man sie an jedem Sitzplatz – vorausgesetzt man ist im richtigen Zug unterwegs. Wie bereits erwähnt war der ICE 3 der erste Zug, der den neuen Standard mit der Steckdose an allen Plätzen angeboten hat, es folgte der ICE-T. Die alten Züge des ICE 1 wurden später einem Re-Design unterzogen und auch bei diesem finden sich die Steckdosen jetzt an allen Plätzen.

Wenn ich nun eine Zugfahrt unternehme, dann versuche ich die Züge des ICE 2 zu vermeiden, denn dort sind die Steckdosen in den meisten Zügen noch rar gesät. Zwar befinden sich die Züge auch in einem Re-Design-Umbau – ähnlich des ICE 1 vor wenigen Jahren – doch ist es noch Glückssache dort einen umgebauten Zug zu erwischen. Jetzt mit dem Weltmeisterinnenpaß fahre ich auch lieber länger und einen Umweg wenn ich dafür meine geliebte Steckdose habe. Für Laptop und iPhone.

Um die einzelnen ICEs zu erkennen gehe ich immer auf die Seite von Marcus Grahnert, er stellt dort schon seit Jahren die Wagenreihungspläne ins Internet ein, die Aufschluß über die ICEs geben. Die ICE 1 besitzen die Wagennummern 1 bis 14 ohne die Wagen 10 und 13, die ICE 2 führen die Wagennummern 21 bis 27 oder 31 bis 37. ICE 3-Züge haben die Wagennummern 21 bis 28 oder 31 bis 38, die ICE-T führen ebenfalls die Nummern 21/31 bis 28/38, es fehlen dort die Wagen 25/35 und bei kurzen ICE-Ts auch die die Wagen 24/34 und 26/36.

Ich bin Weltmeisterin – 3: Köln und Berlin

Donnerstag, August 4th, 2011

ICE in München Hbf / Foto: Marcus Bölt

Nein, haltet mich bitte nicht für normal. Ich bin es nicht, sonst würde ich ja solche Aktionen nicht bringen können. So Aktionen wie mit dem Weltmeisterinnen-Pass durch die Gegend zu fahren. Allerdings bin ich da wohl auch nicht der Einzige.

Jedenfalls ging es am Dienstag wieder nach Köln, mit Unterbrechungen in Augsburg und Ulm. Den Tag später gings weiter nach Berlin und abends mit dem letzten Zug wieder heim – für den letzten Zug wurde ich zwischenzeitlich noch als mutig bezeichnet, hab ich ja nur 27 Minuten Umsteigezeit in München auf meine letzte S-Bahn. Aber: die Bahn überraschte.

Nachdem wir nicht nur schon zu spät in Berlin abgefahren sind, hatte unser ICE in Leipzig Probleme mit dem Ankuppeln eines weiteren Zugteils. Erst beim dritten Versuch mochten sich die beiden Zugteile und wir sind mit über 20 Minuten Verspätung los. Der Zug hatte aber genügend Puffer im Fahrplan eingebaut, denn in München waren wir pünktlich. Eigentlich ab Bamberg schon. Das hat mich doch etwas verblüfft.

Aktuell bin ich gerade unterwegs nach Mannheim, mein ICE musste allerdings zwischen Augsburg und Ulm eine Umleitung fahren und nach Ulm gabs noch eine Bahnübergangs-Störung gratis dazu. Aus Stuttgart sind wir mit 42 Minuten Verspätung raus. 18 Minuten fehlen jetzt noch, dann wirds ein Fall für das Fahrgastrechte-Formular. Da geht noch was, Deutsche Bahn ;)

3425 km hab ich mit dem Weltmeisterinnen-Pass jetzt schon hinter mir und habe gerade etwa 70 Minuten Verspätung an meinen Zielbahnhöfen gesammelt. Da hatte ich doch mit mehr gerechnet. Vielleicht ist die Bahn doch wieder deutlich besser geworden als ihr Ruf.

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