Archive for the ‘Kino, Film, TV und Buch’ Category

Gelesen: Ein Ruf in die Dunkelheit. Star Trek. Die nächste Generation

Dienstag, August 9th, 2011

Die U.S.S. Enterprise wird in ein unbekanntes Planetensystem gerufen um nach dem Verbleib der U.S.S. Mendel zu suchen. Das Schiff der Sternenflotte wird verlassen im Umlaufbahn eines Planeten aufgefunden und ein Aussenteam – bestehend aus Cpt. Jean-Luc Picard, Lt. Geordi LaForge, Lt. Worf und Dr. Katherine Pulaski – sucht auf der Mendel nach Hinweisen, was mit der Besatzung geschehen könnte. Plötzlich wird das Aussenteam auf den Planeten gebeamt. Ein Erg-Mantel um den Planeten verhindert, dass die Enterprise etwas gegen den unfreiwilligen Transfer unternehmen oder das Aussenteam zurückbeamen kann.

Den Mitgliedern des Aussenteams werden auf dem Planeten die Erinnerungen im Gehirn blockiert und sie werden als entsprechend ihren Fähigkeiten in den Konflikten eingesetzt, blutige Kämpfe die nur eines zum Ziel haben: sie sind Fernsehunterhaltung für die Bürger des Planeten. Währenddessen ist auf der Enterprise eine Krankheit ausgebrochen, die sich seuchenartig auf dem Schiff ausbreitet. Dr. Pulaskis Assistent weiß weder ein noch aus und drängt bei Commander Riker darauf, die Rettungsmission für das Aussenteam abzubrechen und eine Starbase anzufliegen…

Rückblickend gesehen finde ich die Geschichte an sich ja gar nicht schlecht, die Verarbeitung innerhalb des Buches ist jedoch etwas dürftig. Viele langweilige Passagen, nicht wirklich etwas, was Spannung aufbaut. Ich glaube verfilmt hätte das eine nette Folge geben können, als Buch war das jedoch zu wenig, obwohl sich der Autor wirklich Mühe gegeben hat. Die politische Situation auf dem Planeten wurde ausführlich dargestellt, auch dass es einen beginnenden Widerstand gibt, der sich im Untergrund organisiert. Aber irgendwie hat mich das Buch nicht gefesselt.

Die veränderte Fernsehnutzung

Freitag, April 1st, 2011

Logos verschiedener TV-Sender

Viel hat sich im TV-Bereich getan im Laufe meines Lebens. In meiner Kindheit waren es 5 1/2 Programme (1/2 für die SRG, die nur bei entsprechender Witterung empfangbar war) und damit waren wir hier noch sehr gut bedient. Ein Großteil der Deutschen hatte lediglich drei Programme – ARD, ZDF und das regionale Dritte. Bei mir kamen neben dem teils empfangbaren SRG noch ORF 1 und ORF 2 hinzu. Für mich als Kind ein Segen, das Kinderprogramm war bei den Österreichern einfach besser, unvergessen ist hier Am Dam Des oder Familie Petz. Etwas vergleichbare gab es in den deutschen Sendern höchstens im Ferienprogramm. Ebenso gab es damals noch einen Sendeschluss. Spätabends wurde das Programm beendet und erst mitten am Nachmittag der Sendebetrieb wieder aufgenommen. Dazwischen war das Testbild oder – bei den dritten Programmen – am Vormittag der Telekolleg. Und man konnte alles nur live sehen, also nur dann, wenn es ausgestrahlt wurde.

In der ersten Hälfte der 80er-Jahre bekamen wir dann den ersten Videorekorder. Damit war es dann möglich, Sendungen aufzuzeichnen und zu einer beliebigen Uhrzeit oder an einem beliebigen Tag anzusehen. An der Anzahl der Fernsehsender hatte sich aber noch nichts geändert: ARD, ZDF, Bayerisches Fernsehen, ORF 1, ORF 2 und manchmal SRG. Aber die Sendezeiten waren schon ausgeweitet: es gab am Vormittag bis zum Mittag Wiederholungen vom Vorabend. Im Laufe der weiteren 80er-Jahre wurden aber auch hier nach und nach ausgeweitet, bis hin zur ganztägigen Ausstrahlung vom Morgen bis zum Spätabend. Das Nachtprogramm und damit der 24-Stunden-Sendebetrieb ist erst in den 90er-Jahren aufgenommen worden.

Um den Jahrzehntenwechsel von den 80ern zu den 90ern kam bei uns die Fernsehvielfalt in Form des Kabelfernsehens. RTLplus, Pro 7, Sat.1 und Tele 5 faszinierten mit US-Serien, Gameshows und Kinofilmen. Die Werbung war noch strenger reglementiert als es heute der Fall ist, die Werbeblöcke waren weniger und sie waren kürzer. Kurz: die Werbepause war noch ertragbar. Als damaliger Jugendlicher war ich natürlich von der bunten Flimmerwelt der Privaten fasziniert – und hormonell bedingt natürlich auch von den Erotikausstrahlungen am Samstag nach 23 Uhr. In den öffentlich-rechtlichen war das undenkbar, sorgte doch in der Lindenstraße ein einfacher Kuss zwischen Homosexuellen noch für einen Riesenskandal.

Trotz Videorekorder habe ich die Fernsehsendungen dennoch die meiste Zeit live gesehen. Aufgenommen habe ich Filme, die ich aufheben wollte. Eher selten Sendungen zum später anschauen, denn die Videokassetten haben doch relativ schnell an Qualität verloren und das Fernsehbild war unansehnlich. Und Videokassetten kosteten Geld, das ich lieber woanders ausgegeben habe. Dennoch hat einen der Videorekorder fast 20 Jahre begleitet – nicht immer der gleiche, vier bis fünf verschiedene dürften es schon gewesen sein. Ab 1999 hielt bei mir die DVD Einzug, auch wenn sie damals noch sehr teuer war. Den Videorekorder hat sie aber dennoch nicht ersetzt, konnte man doch Sendungen auf DVD noch nicht aufnehmen – und ich hab bis heute noch nie einen DVD-Rekorder besessen.

Vor etwa fünf oder sechs Jahren dann wurde ein Gerät angeschafft, dass den Videorekorder bei mir in Rente schickte: der erste Festplatten-Receiver. Nicht nur, dass man hier Filme in 1a-Qualität aufnehmen und jederzeit anschauen kann, auch ist damit etwas möglich, was man sich in den 80ern niemals hätte träumen lassen: Timeshift. Timeshift ist eine Funktion, eine Sendung zeitversetzt ansehen zu können. Oder einfach zwischendrin Pause zu drücken und später an der Stelle weiterzumachen. Der Receiver nimmt die Sendung zwischendrin auf der Festplatte auf und spielt ab der Stelle, an der man Pause drückte wieder ab. Was für ein Segen, jetzt kann zwischendrin anrufen wer will, man verpasst nichts mehr. Oder nimmt einfach auf und startet erst später, weil man um 20.15 Uhr noch nicht zu Hause ist, sondern erst kurz später. Beim Videorekorder musste man ja noch bis zum Ende der Sendung warten, damit man mit dem Anschauen beginnen kann.

Meine abonnierten Podcasts in iTunes.

Mit dem Kauf des iPhones vor anderthalb Jahren kam dann noch etwas weiteres hinzu: der Podcast. Viele Fernsehsendungen werden als Videopodcast bereitgestellt, damit man sie jederzeit – auch im Nachhinein – anschauen kann, auch mobil unterwegs. Sendung verpasst? Dann gibts auch bei fast jedem Fernsehsender eine Mediathek, bei der man die Sendung noch einige Tage abrufen und anschauen kann. Über das Internet, jederzeit, überall. Das Fernsehen hat sich stark verändert. Es ist vom unterhaltenden Zeitvertreib zum alltäglichen Accessoir geworden. Hat man früher noch Kollegen erzählt, was in der Sendung für ein Bericht drankam, zeigt man den Bericht heute mal schnell auf dem Smartphone her.

Zumindest meine Fernsehnutzung hat sich mit den Möglichkeiten ganz stark verändert. Es gibt kaum noch eine Sendung, die ich live sehe. Den Tatort am Sonntag noch, wobei es in den Sommermonaten auch mehr zum Timeshift-Einsatz kommt. Die für mich wichtigsten Sendungen habe ich als Podcasts abonniert, die ich am Computer, iPhone oder am TV ansehen kann. Was es nicht als Podcast gibt, das gibt es in der Mediathek. Der Festplattenreceiver nimmt fast nur noch Filme auf, der Videorekorder liegt am Speicher in seinem Rentnerleben und vom privaten Free-TV hab ich mich aus Niveaugründen Anfang des Jahres verabschiedet. Ich bin gespannt, wo es in der Zukunft noch hingeht. Meine Fernsehnutzung jetzt finde ich schon sehr bequem.

Wie hat sich Deine Fernsehnutzung verändert?

Der stille Herr Genardy

Samstag, Februar 5th, 2011

Sigrid muss seit dem Tod ihres Mannes ihre Tochter alleine großziehen. Das Geld, dass sie auf ihrer Arbeit verdient, reicht gerade einmal für die Kredittilgung ihres Hauses, daher muss sie das obere Stockwerk untervermieten. Mit Herrn Genardy scheint sie den richtigen Mieter gefunden zu haben. Witwer, ruhig und nett, höflich und kinderlieb. Zu kinderlieb, wie Sigrid findet.

Zur selben Zeit verschwindet die Tochter ihrer besten Freundin Hedwig, ebenfalls alleinerziehend. Sigrid hat eine böse Ahnung, kann sich jedoch niemandem anvertrauen. Voller Angst malt sie sich im Kopf aus, was es mit Herrn Genardy alles auf sich haben könnte, bis sie eines Tages seine Abwesenheit ausnutzt, um in die an ihn vermieteten Räume zu gehen und seine Sachen zu durchsuchen. Dabei entdeckt sie schauderhaftes…

Zuerst dachte ich, nein, eigentlich willst Du das nicht lesen. Petra Hammesfahr baut ihr Buch jedoch sehr spannend auf, erzählt die Geschichte in drei Abschnitten, von der Kindheit Sigrids und der Vorgeschichte Herrn Genardys über die Ermittlungen nach der Ermordung von Hedwigs Tochter bis schließlich Sigrid ihrem Verdacht nachgeht. Während im ersten Teil noch abwechselnd aus Sigrids und Herrn Genardys Sicht erzählt wird, geht es im zweiten und dritten Teil nur noch aus Sigrids Sicht weiter.

Je weiter ich ins Buch gekommen, desto spannender wurde es und desto schlechter konnte ich es weglegen. Ich wollte immer weiter lesen und im letzten Teil konnte ich auch nicht mehr aufhören. Die letzten 160 Seiten musste ich am Stück lesen, die Geschichte hat mich einfach nicht mehr losgelassen. Unbedingte Leseempfehlung!

Machthunger. Star Trek. Die nächste Generation

Sonntag, Januar 30th, 2011

Die Enterprise ist zusammen mit Botschafter Undrun von Starfleet und einigen Frachtdrohnen im Schlepptau unterwegs zu Thiopa, einem Planet ausserhalb der Föderation, der um humanitäre Hilfe gebeten hat. Die Bevölkerung leidet Hungersnöte, da der Planet und seine Ressourcen ausgeplündert worden sind und die Industrialisierung zu schnell auf Kosten der Umwelt voranging.

Captain Picard und seine Mannschaft stellen jedoch schnell fest, dass es auf Thiopa zwei Lager gibt: die Befürworter des Fortschritts um den Diktator Stross und eine Untergrundbewegung von Ausgestossenen, den Verweilern, die sich auf traditionellen Anbau und mit ihrer Religion um den natürlichen Kreis der Dinge kümmern. Eine gleichmässige Versorgung mit Medikamenten und Lebensmittel für alle Thiopaner scheint gefährdet, da weder die Einen noch die Anderen geeignet erscheinen, sich um eine gerechte Verteilung zu kümmern.

Dazu wird noch Picards Nummer Eins, Commander Riker, von den Verweilern entführt, da sich diese erhoffen, mit Hilfe der Enterprise den Diktator Stross und sein Gefolge zu stürzen. Eine intensive Diskussion um die Hauptdirektive – da Nichteinmischungsprinzip – und deren Auslegung zwischen der Besatzung der Enterprise und Botschafte Undrun beginnt.

Meiner Meinung nach war das bisher das schlechteste Buch, das ich aus der ganzen Star Trek-Reihe gelesen habe. Die Geschichte, die eindeutig für unsere Welt des 20. Jahrhunderts den Zeigefinger erhebt, verliert sich zuviel in Oberflächlichkeiten. Vermutlich sollte der Autor eine gewisse Seitenzahl nicht überschreiten und hat in der Tiefe gekürzt. Das geht leider zu Lasten des gesamten Romans. Schade, man hätte daraus wirklich mehr machen können.

Scriptum

Mittwoch, Januar 12th, 2011

Vier Reiter in Ritterrüstung erscheinen bei der Eröffnung einer Ausstellung von Vatikanschätzen in New York und versetzen das Publikum in Angst und Schrecken. Sie haben es auf ein bestimmtes Ausstellungsstück abgesehen: eine Dechiffriermaschine aus dem 13. Jahrhundert. Die Archäologin Tess ist bei dem Überfall dabei und wundert sich über den Raub genau dieses Ausstellungsstück. Von Neugierde getrieben findet sie heraus, dass der Überfall von Tempelrittern durchgeführt wurde – oder von solchen, die Anhänger der eigentlich ausgestorbenen Templer sind.

Tess geht mit ihrer Entdeckung zum FBI und ist nun fortan in die Ermittlungen mit integriert. Dabei kommen sich der Ermittler Sean und Tess näher. Gemeinsam finden sie heraus, was dahinter steckt: es geht um den sagenumwobenen und niemals gefundenen Schatz der Tempelritter. Mit Hilfe der Dechiffriermaschine lässt sich der Ort, an dem der Schatz versteckt sein soll, in alten Schriften entschlüsseln. Tess manövriert sich hinein in die Suche nach der Wahrheit – einer religiösen Wahrheit, nach deren Enthüllung die Weltreligionen nicht mehr die Religionen sein werden, die sie sind.

Nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, dass hier versucht wurde Dan Brown und seinen Erfolgsbüchern nachzueifern, was ich aber nicht sehr gelungen fand. Nach etwa 1/3 des Buches hatte sich meine Meinung jedoch geändert: es ist durchsetzt mit Spannung, greift eine Liebesgeschichte auf und erwähnt diese nicht nur am Rande. Scriptum liefert ein paar Hintergründe zu den Tempelrittern, ohne sich zu sehr darin zu verlieren.

Ich habe es getan – Adieu privates Free-TV

Donnerstag, Januar 6th, 2011

Schon lange stört mich das private Free-TV. Nicht nur diese elend langen und unerträglichen Werbeblöcke, sondern auch Schnitte an den unmöglichsten Stellen im Film und das in den letzten Jahren überhand genommene Gebimmel und Geklingel mittendrin um auf irgendwelche Gewinnspiele oder spätere Sendungen im Programm hinzuweisen. Gerade letzteres führte ja auch schon dazu, dass Untertitel im Film teilweise überblendet wurden.

Hinzu kommt das – vor allem nachmittags – immer niveaulosere Programm. Nun, da ich die Tage sowieso einen neuen Sendersuchlauf machen musste, hab ich die Konsequenz gezogen: das Privatfernsehen ist konsequent aus der Programmliste meines Receivers geflogen. Wollte ich ursprünglich nur das niveauloseste Programm entfernen – RTL, die sogar das Niveau der BILD-Zeitung um Tiefen unterbieten – hab ich mich kurzerhand dann doch für alles entschieden. Kurz nachgedacht bin ich drauf gekommen: ich schau die Sender doch sowieso nie.

Schon länger konzentriert sich mein Fernsehkonsum auf die öffentlich-rechtlichen Programme und auf Sky. Die Programme des privaten Free-TVs dienten mir höchstens nach dem Blick in die Programmzeitschrift als Anreiz: Filme die dort ausgestrahlt werden doch mal wieder auf DVD/Blu Ray anzusehen. So zuletzt geschehen bei Spider-Man. Und der Blick in die Programmzeitschrift bleibt ja auch weiterhin, zum Anreiz holen.

Ich glaube nicht, dass die Sender vermissen werde. Ich werde eher den Vorteil der verkürzten Senderliste geniessen, wenn ich über den Mist nicht mehr drüberzappen muss. Und die Pläne der Sender, sich grundzuverschlüsseln und eine Servicegebühr ähnlich wie bei der Mogelpackung HD+ zu verlangen, gehen mir sowieso schon lange hinten vorbei.

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