Das Versteigerungsfieber erobert die Politik
Viele kennen es, die Anspannung der letzten Minuten, wenn man bei ebay & Co auf einen Artikel mitbietet. Diese Anspannung kann süchtig machen. Auch die Anspannung, wie hoch wohl noch geboten wird, bei Artikeln, die man selbst auf diesen Plattform versteigert. Hat man einen guten Preis erzielt geht gleich die Suche los, was man denn noch so unnützes rumliegen hat. Denn auch hier kann das Fieber der Versteigerungen zur Sucht führen.
Offensichtlich haben unsere Bundespolitiker hier Blut geleckt. Nicht mehr nur Mobilfunkfrequenzen werden versteigert, nein, man denkt auch darüber nach, eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke zu versteigern (Die Zeit, FAZ). Man erhofft sich Mehreinnahmen, in Zeiten, in denen Luft-Sparpakete geschnürt werden, sind sie auch bitter nötig. Aber sind wir doch mal ehrlich: was hat das noch mit einer Energiepolitik zu tun? Hat das überhaupt noch etwas mit Politik zu tun? Machen die Politiker eigentlich hier ihren Job noch?
Ich bin gespannt, auf was für absurde Ideen denn schwarz-gelb noch so alles kommt. Von zukunftsweisender, nachhaltiger Politik ist das jedenfalls weit entfernt. Eigentlich ist das von Politik an sich schon weit entfernt. Das erinnert schon stark an die anrüchigen Parteispenden der Hoteliers an die FDP zur Senkung des Mehrwertsteuersatzes oder die Rent-a-Rüttgers-Aktion der CDU.
Was könnte man eigentlich noch alles versteigern? Die Zulassung von Medikamenten und deren Bezahlung durch die Krankenkasse könnte im Gesundheitswesen doch durch Versteigerungen auch etliche Mio. EUR an zuätzlichen Einnahmen bringen. Oder man kann den umgekehrten Weg gehen. Wieviel ist es der Wirtschaft wert, wenn wir in Deutschland keine Autobahnmaut einführen? Welcher Bundespräsident wär denn recht, die Deligierten der Bundesversammlung können ihre Stimme versteigern. Oder darfs am Ende das Wahlergebnis sein? FDP bei 10% zum Ersten, FDP bei 10 % zum Zweiten, FDP bei 10% zum Dritten, verkauft für 2,5 Mio EUR an ein Bankenkonsortium.
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