Ich möchte heute eine App fürs iPhone vorstellen, dass bei mir tagtäglich im Einsatz ist und das ich nicht mehr vermissen möchte. Den eReader vom Spiegel.

Vor ein paar Jahren war ich schon einmal Spiegel-Abonnent, in der toter-Baum-Ausgabe, auch Print-Ausgabe genannt. Ich finde das Nachrichtenmagazin interessant und lese es sehr gerne, auch wenn ich der Meinung bin, dass es nach dem Weggang von Stefan Aust ein wenig an Profil und Schärfe verloren hat.

Der tote Baum wurde mir irgendwann zu unpraktisch. Ich habe in der Arbeit immer eine andere Tasche/Rucksack mit dabei, je nach Größe von dem, was ich mitnehme bzw. nachmittags noch vor habe. Das führte dazu, dass ich auch den Spiegel immer umräumen musste, oft hab ich ihn auch vergessen. Und bei der Sporttasche wusste ich überhaupt nicht, wo ich ihn unterbringen sollte. An sich nur im großen Fach, in dem auch Schuhe und Sportklamotten sind, aber das war nach dem Sport ja alles nass geschwitzt. Und da noch den Spiegel rein? Nee. Also hab ich gleich ganz drauf verzichtet, ihn mitzunehmen. So kam es wie es kommen musste, ich hab immer weniger drin gelesen und irgendwann das Abo gekündigt. Vereinzelt hab ich dann noch die Einzelhefte gekauft, aber eher unregelmässig.


Fotostrecke (5 Bilder)

Irgendwann wollte ich dann das ePaper testen, aber über das Probeabo bin ich da nicht drüber hinaus gekommen. Computer hat man ja doch nicht dabei zum lesen und ausdrucken… neeee. Als dann der Spiegel ankündigte, ein eigenes eReader-App fürs iPhone rauszubringen, war ich gespannt drauf und habs direkt am Erscheinungstag auch gleich geladen.

Das App selbst ist kostenlos. Die Hefte werden Woche für Woche nachgeladen – ePaper-Abo vorausgesetzt. Um das App zu testen, steht eine ältere Spiegel-Ausgabe zur Verfügung. Die Heftausgaben haben ca. 5 MB, die auf dem iPhone gespeichert werden. Über das Inhaltsverzeichnis lässt sich jeder Artikel direkt auswählen, die Artikel sind für das iPhone optimiert auf einige Seiten angelegt (siehe Fotostrecke). Die Titelstory kann dabei durchaus 80 Seiten oder mehr einnehmen. Das klingt jetzt viel, aber entspricht exakt dem Umfang, wie sie in der gedruckten Ausgabe auch vorhanden ist.

Über Gestiken wird navigiert. Ein Wisch nach links blättert auf die nächste Seite, ein Wisch nach rechts blättert eine Seite zurück. Ein Wisch von unten nach oben springt sofort zum nächsten Artikel weiter, ein Wisch von oben nach unten springt auf den Anfang des gerade offenen Artikels bzw. von dessen Anfang auf den vorherigen Artikel zurück. Die Artikel selbst bestehen in der senkrechten Grundhaltung nur aus Text. Will man die zugehörigen Bilder sehen, muss man das iPhone nur in die Waagerechte drehen und der Text blendet aus, die Bilder erscheinen.

Jetzt unterbricht man natürlich das Lesen. Man muss sich jetzt nicht merken, an welcher Stelle man aufgehört hat, das iPhone speichert es einfach ab. Startet man das App wieder, kommt man über den Punkt “Zuletzt gelesen” wieder direkt zurück auf die Stelle, an der man das Lesen unterbrochen hat.

Genau dieses App hat mir die letzten Jahre gefehlt (neben dem zugehörigen iPhone natürlich). So brauche ich den Spiegel, so kann ich ihn lesen. Ich habe ihn immer dabei, auch wenn ich mal ohne Tasche aus dem Haus gehe, ich habe ihn auch mit der Sporttasche griffbereit, jederzeit, überall. Damit ist das Nachrichtenmagazin wieder zu meiner Standardlektüre in Bus & Bahn geworden.