Kameraeffekt
Dem regelmäßigen Leser meines Blogs dürfte bekannt sein, dass ich zur Videoüberwachung ein gespaltenes Verhältnis habe. Der Mißbrauch und die weitergehende Überwachung der Bürger wird immer mehr Tür und Tor geöffnet und die sich immer weiter ausbreitende Videoüberwachung kann bzw. wird ein Mittel dazu werden. Andererseits ist das für die Betreiber öffentlicher Einrichtungen sicher auch ein Stück Vandalismusschutz – wenn er auch meiner Meinung nach nur in der ersten Zeit funktioniert. Aber ein paar Jahre sind dann auch besser als nix.
Auf jeden Fall: als ich heute in Fürstenfeldbruck aus der S-Bahn gestiegen bin, standen erst einmal drei Voll krass ey-Jungmenschen vor der Tür, natürlich ohne aus dem Weg zu gehen. Ihnen fehlen leider 23 Gehirnzellen um darauf zu kommen, dass sie dann auch nicht einsteigen können, wenn sie die Leute nicht rauslassen. Und was war die erste Frage und ihre wichtigste Sorge, als sie den Zug betraten? – “Hat der Kamera?”
Ich möchte glaub ich nicht wissen, was sie vorhatten. Aber das zeigte mir: für den Moment erzielt die Überwachung noch die gewünschte Wirkung. Die Frage ist nur: wie lange noch.
Oh ja, kann mich da deiner Meinung, nur anschließen. Bin selbst sehr kritisch den Kameras gegenüber gestanden. Aber als ich gelesen habe, dass alles nur 72 Stunden lang gespeichert wird und dann wieder überspielt wird UND das auch nur auf richterlichen Befehl (z.B: im Falle von Vandalismus) ausgewertet werden darf, da bin ich doch froh, das zu wissen.
Und es ist auch beruhigend, wenn man nachts noch mit der letzten Nachtschwärmer-S-Bahn von München nach Hause fährt und ein paar eigenartige Gestalten in der S-Bahn sitzen. Wenn man weiß, dass die Ärger bekommen, weil sie nicht unentdeckt bleiben, ist das schon vorteilhaft. Aber auch nur in dem Fall.