Man soll ja nicht immer nur jammern
…auch wenn es einem leichter fällt zu jammern und zu kritisieren. Man erzählt immer nur, was schlecht läuft. Ned gschimpft ist gnua globt. Da fasse ich mich jetzt mal an die eigene Nase und ändere es: bei der gestrigen Störung bei der S-Bahn München ist alles super gelaufen. Auch wenn natürlich die Störung selbst ärgerlich war.
Ich habe das so erlebt: ich war auf dem Weg nach München, als mein Zug in Laim nicht mehr weiterfuhr. Nach wenigen Minuten wurde vom Lokführer durchgesagt, dass eine Folie in der Oberleitung hängt und es deswegen vorerst nicht weiter geht. Über die Dauer der Störung hatte er auch keine Informationen. Ich blieb erst noch im Zug drin, ich kenne das gut, da wird eine Störung ausgerufen und kurz drauf gehts wieder.
Nach ca. 20 Minuten wurde dann erst am Bahnsteig und anschliessend im Zug durchgesagt, dass es nicht mehr weiter geht und die Stammstrecke länger gesperrt ist. Während am Bahnsteig das aktuelle Notprogramm durchgesagt wurde, hat der Lokführer die Empfehlung zur Weiterfahrt gegeben: mit dem Bus 51 zum Laimer Platz und anschließend mit der U-Bahn. Finde ich super, dass man nicht mehr wie früher einfach sagt es geht nix, sondern dass man noch dazu sagt wie man weiter kommt. Das ist Service, wie ich ihn mir vorstelle.
Ich bin der Empfehlung nicht gefolgt, weil ich genau wusste, dass die Busse bis zum Bersten voll sind und habe mir einen anderen Weg gesucht: mit Bus 151 zum Westfriedhof und von dort mit der U1 zum Hauptbahnhof. Und in der U-Bahn gab es dann die nächste Überraschung: sowohl am Bahnsteig wurde durch die U-Bahn-Zentrale auf die S-Bahn-Störung hingewiesen, als auch im Zug durch den U-Bahn-Fahrer selbst. Auch das ist wieder Service, wie ich ihn mir vorstelle. Verkehrsmittel- und verkehrsunternehmensübergreifend. Immerhin ergänzen sich die Verkehrsmittel innerhalb des Verkehrsverbundes.
Auch der Störmelder der S-Bahn kam relativ zügig und – das ist man von früher auch anders gewohnt – sogar mit richtigen Informationen. Nach etwa einer Stunde war die Störung behoben und die Sperrung aufgehoben. Auch hier hat man gut reagiert und zur Stabilisierung des Fahrplans – muss ja alles erst wieder anlaufen – die beiden Linien die am Ostbahnhof enden erstmal aus der Stammstrecke rausgelassen. Nach einer weiteren Stunde hat man auch hier die Einschränkung aufgehoben und es lief wieder alles normal. Auch darüber hat der Störmelder rechtzeitig informiert.
Alles in allem war es ein Störungsmanagement wie ich mir es als Fahrgast nur wünschen kann. Klar, keine Störung wäre mir lieber. Aber hier ist von meiner Position aus alles richtig gelaufen: Danke, S-Bahn München. Danke, MVG. Danke an die Mitarbeiter. Bitte weiter so.
Ich kenne das halt auch noch ganz anders. Hier bei mir in Maisach gibts nichtmal anzeigen und oft genug bin ich am Bahnsteig komplett ohne Info gestanden. Keine Durchsage, kein nichts. Oder nur diese Automatikdurchsagen, die zwar verkünden, dass der Zug ausfällt. Aber sie sagen nicht ob der nächste fährt oder ob man gleich wieder umdrehen kann. Und wenn nach 20 Minuten eine weitere Automatikdurchsage kommt, der Zug fällt aus und nix weiter an Infos kommt, dann kriegste nen Hass. Und hundertpro: gehst Du dann vom Bahnsteig runter hörst Du den Zug einfahren und verpasst ihn – obwohl gesagt wurde, er fällt aus.
Das ist der Normalfall, den ich von der S-Bahn kenne. Oder dass es zwar Infos gibt, diese aber nicht stimmen. Daher war das schon ein echt erstaunliches Erlebnis für mich, dass es auch anders laufen kann – nämlich so, wie es Standard sein sollte.
Hey Marcus. Leider erlebte ich das etwas anders. Ich stand an der Hackerbrücke und wollte nach Lochhausen. Es wurde über die Anzeigetafeln informiert, dass die S3 erst ab Pasing fährt. Wie ich (aber vor allem ein unwissender Tourist) nach Pasing kommen soll, das hat man nicht verraten. Aber ich nehm’s gelassen. Ich glaube, ganz schnell alle Stationen mit allen Infos zu versorgen ist schon schwer.
Viele Grüße