Nächster Halt: fällt heute aus
Vielleicht hätte ich doch einfach mit der S-Bahn fahren sollen. Aber ich habe mich heute nachmittag entschieden mit dem Regionalexpress nach Fürstenfeldbruck zu fahren. Dem einzigen Regionalexpress am Tag, der in Fürstenfeldbruck hält. Nach Feierabend fährt der Zug für mich wirklich zu einer günstigen Zeit, ist genau die nächste Fahrgelegenheit und hält nicht überall. Und heute leider auch nicht in Fürstenfeldbruck.
Obwohl der Zugzielanzeiger in München-Pasing den Halt Fürstenfeldbruck auch noch verkündete. Auch die Zugbegleiterin erwähnte in ihrer Begrüßungsdurchsage: “Unser nächster fahrplanmäßiger Halt ist Fürstenfeldbruck.” Ja, schön wäre es gewesen. Stattdessen fuhr der Zug mit rasantester Geschwindigkeit durch. Ich dachte mir doch: er müsste halten. Und schon war der Bahnhof vorbei. Da fragte ich mich: wann merken sie es?
Die Zugbegleiterin merkte es sofort, kaum waren wir durch kam sie schon schnellen Schrittes wieder an mir vorbei und lief schnurstraks zu ihrem Telefon, mit dem sie Verbindung zum Lokführer aufnehmen konnte. Der Zug hielt dann mitten auf freier Strecke an, der Lokführer machte wohl gerade mit der Transportleitung und/oder Fahrdienstleiter einen ausserplanmässigen Halt in Buchenau aus, eine S-Bahn-Station nach Fürstenfeldbruck. Dort durften wir “Vergessenen” dann aussteigen und mit der nächsten S-Bahn die Station zurückfahren.
Diese Aktion, über die ich eigentlich nur Schmunzeln und Lachen kann, kostete 15 Minuten, die mir leider später gefehlt haben und mein letzter direkter Bus nach Hause weg war – um 10 Minuten verpasst. Ich wusste ja, warum ich mit diesem Zug fahren wollte. Es war so schön geplant. Der Heimweg mit Umwegen über andere Buslinien brachte mich dann insgesamt um eine Stunde später nach Hause. Warum? Weil wir alle Menschen sind. Auch Lokführer. Und die vergessen halt auch mal einen Halt.
Meeensch kann doch mal passieren, wenn ein interessanter Bericht in der Zeitung stand und man mal 1 klitzekleine Sekunde nicht aufgepasst hat!
Vor vielen Jahren ist mal die S-Bahn von Neubiberg kommend durch Neuperlach Süd durchgefahren. Dann haben wir angehalten, und der Zugführer ist außen zum anderen Führerstand gelaufen (um das Siegel beim Rückwärtsgang nicht zu erbrechen, denke ich) und dann in Neuperlach Süd eingefahren.
Als er über den Bahnsteig wieder in seinen eigentlichen Führerstand gelaufen ist, haben wir gefragt, was los war. Er: “Technische Störung”. Ja genau, er konnte nicht anhalten, sicher, sicher…
“Don’t Stop Me Now” – eine Geschichte, wie man sie nicht alle Tage hört. Schöner Schlusssatz mit dem doppelten Wort “halt”.