Nein, nicht vom Bloggen. Eher aus dem, was sich Social Media nennt. Diese ganzen Kontakte-Verknüpfungs-Websites, die einem zwar schön zeigen, mit wem man befreundet ist, wer gemeinsame Freunde sind, etc., Lokalisten, Facebook, Wer-kennt-wen & Co.

Was hat es mir denn eigentlich gebracht, dort angemeldet zu sein? Die Antwort lautet: nichts. Man hat viele Freunde, die Anzahl wird immer mehr. Jeder, dem man auch nur einmal begegnet ist, will plötzlich Dein Freund sein. Bekanntschaften, mit denen man schon ewig keinen Kontakt mehr hatte, hab ich zwar dort auch gefunden. Aber mir wurde auch bewusst, warum man keinen Kontakt mehr gepflegt hat. Bei anderen, die man zwar kannte, aber nie richtig Kontakt hatte, hat sich der Kontakt zwar intensiviert – aber meine Löschung bei aus den entsprechenden Plattformen hat er nicht überstanden.

Freundschaften – was ist das? Mit Sicherheit nicht das, was einem die Social Media-Dienste unterjubeln. Der Begriff Freunde wird dort so inflationär missbraucht, dass die eigentliche Bedeutung dieses Wortes in den Hintergrund gerät. Für Freunde brauche ich keine Online-Plattformen um in Kontakt zu bleiben. Für Freunde muss ich keine Bilder ins Netz stellen, wie toll es auf der letzten Party war – sie waren ja selbst dabei. Freunde sind nicht deshalb Freunde, weil ich auf Ja geklickt habe. Freundschaft biete ich nicht an – Freundschaft entwickelt sich. Es wäre meinen Freunden gegenüber ungerecht, diese Online-Bekanntschaften als Freunde zu bezeichnen.

Was bleibt für mich als Résumée? Bevor ich Zeit auf diesen Plattformen verbringe, geh ich lieber raus und lerne Leute richtig kennen oder treffe mich mit meinen Freunden. Die kennen mich, sind auf den Partys mit dabei und eine Unterhaltung in der verrauchtesten Kneipe bei nem Bier ist mir immer noch lieber als zu Hause mit der Tastatur. Einen Mehrwert bieten diese Plattformen nicht – sie taugen höchstens als Herz-Lungen-Maschine längst kaputt gegangener Freundschaften.

Auch bei Twitter bin ich mir im Moment nicht sicher, ob dieser Microblogging-Dienst tatsächlich einen dauerhaften, tiefergehenden Nutzen bringt. Für den Anfang hab ich erstmal rund 300 Leute entfollowed um wieder Ruhe in meine Timeline zu bekommen. Vielleicht erschliesst sich mir jetzt wieder, was eigentlich das Tolle daran sein soll. Im Moment bin ich aber eher genervt davon.