TV-Tipp: Wer früher stirbt ist länger tot
Eine absolute Perle ist dieser Film, der am Beginn einer Reihe von neuen bayerischen Heimatfilmen steht. Mit seinem Kinodebüt hat Marcus H. Rosenmüller gleich einen vollen Erfolg geschafft. Der Film kommt am Freitag 13.3. um 22.30 Uhr und in der Nacht Sonntag/Montag 15./16.3. um 1.05 Uhr jeweils auf ORF2, sowie am Samstag 14.3. um 20.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen.
In dem kleinen Dorf Germringen lebt der “Kandlerwirt” Lorenz mit seinen beiden Söhnen Franz und Sebastian. Als der elfjährige Sebastian zufällig erfährt, dass seine Mutter bei seiner Geburt gestorben ist, beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen.
Sebastian, der ein für sein Alter beeindruckendes Sündenregister vorzuweisen hat, fühlt sich fortan auch schuldig am Tod seiner Mutter. Da er, wie er meint, nach seinem Tode auf jeden Fall im Fegefeuer landen wird, setzt er alles daran, entweder unsterblich zu werden, oder sich von seinen Sünden reinzuwaschen.
Die Stammbrüder in der Wirtschaft seines Vaters stehen ihm dabei mit freundschaftlichem Rat zur Seite. Sebastians Übereifer führt jedoch nicht zum gewünschten Erfolg: ein gesprengter Hase, ein unsittlicher Antrag an seine Lehrerin Veronika, eine beinahe zu Tode gebrachte Greisin aus der Nachbarschaft – das alles verbessert die Situation nicht gerade. Erst der Radiomoderator Alfred bringt Sebastian auf die zündende Idee: Unsterblich machen kann ihn die Musik! Und auch von seiner Mutter meint Sebastian ein Zeichen erhalten zu haben: Um seine Sünden abzuarbeiten, muss er für seinen Vater eine neue Frau finden. Sebastian arbeitet also an seiner Karriere als Rockmusiker und für seinen Vater Lorenz zeichnet sich ein neues Glück ab. Aber ob das mit der Unsterblichkeit wirklich klappt?Marcus H. Rosenmüller – das H(ausham) nach seinem Geburtsort legte er sich zu, um nicht mit dem TV-Regisseur Markus (O.) Rosenmüller verwechselt zu werden – gehört mit seinem sensationellen Langfilmdebüt “Wer früher stirbt ist länger tot” zu den Shooting Stars der deutschen Filmszene. Der Urbayer gewann mit seiner Tragikomödie dem totgesagten und belächelten Genre Heimatfilm ganz neue Töne zwischen anarchischem Humor und wahrhaftiger Emotion ab – weit weg von verlogener Romantik und Folklore.
Seine ersten Kurzspielfilm-Erfolge hatte Marcus H. Rosenmüller – Jahrgang 1973 – noch zu seiner Studienzeit an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film einfahren können, so u. a. mit seinem Erstling, der originellen bayerischen Operette “Nur Schreiner machen Frauen glücklich” (1998, BFS 23.30 Uhr), der mit dem “Deutschen Filmschulpreis” 1999 ausgezeichnet wurde und der köstlichen “Coming of Age”-Geschichte “Kümmel und Korn” (2000, BFS 23.50 Uhr), mit der er beim Landshuter Kurzfilm-Festival den zweiten Platz belegte. Schon diese frühen Arbeiten ließen sein großes Talent für den genauen Blick auf die kleinen Absurditäten des Lebens und skurrile Situationen, seinen Sinn für Anarcho-Humor und schräge Charaktere erkennen.
Wer früher stirbt, ist länger tot – Trailer

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