Von der Intoleranz unserer Toleranz
Wir leben in einer toleranten Gesellschaft. Glauben wir zumindest. Wie tolerant unsere Gesellschaft ist, stellen wir fest, wenn wir einmal entgegen der Gesellschaftsmeinung sind. Dann weht einem ein Sturm der Intoleranz entgegen. Und da ist es schon bald egal, um welches Thema es geht.
Der Wegbegleiter hat in seinem Blog ein Zitat aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, die den Theologen Robert Spaemann interviewt hat. Der Grundgedanke den Spaemann dahinter verfolgt ist richtig. Jedoch hat die Erwähnung des Themas Homosexualität damit weniger zu tun. Sicher echauffiert einen Mann der Kirche das Thema Homosexualität und der durchaus tolerante Umgang in der Mehrheit unserer Gesellschaft. Dies rechtfertigt jedoch nicht die Aussagen, die Papst Benedikt und Bischof Fischer und viele andere der katholischen Kirche getätigt haben.
Robert Spaemann sagt selbst:
“Nicht ob etwas wahr ist, interessiert, sondern ob man es sagen darf.”
Wahr ist, dass Homosexualität keine Krankheit ist. Wahr ist, dass Homosexualität nicht das Ende der Welt bedeutet. Wahr ist, dass Homosexualität existiert und allgegenwärtig ist und nicht nur eine “Verirrung” einiger weniger ist. Und an die Adresse von Bischof Williamson: Wahr ist auch, dass der Holocaust stattgefunden hat.
Herr Spaemann, erzählen Sie mir nichts über die Intoleranz unserer toleranten Gesellschaft. Als Homosexueller ist diese Intoleranz für mich allgegenwärtig. Auch (oder vielleicht auch gerade?) wegen der Kirche, die seit ihrem Bestehen einen Kampf gegen die Toleranz geführt hat und mir auch das Zuhause für meinen Glauben genommen hat.
Links:
Powered by ScribeFire.
Intoleranz überall… natürlich hat die Kirche auf das Weltbild auch heute noch einen immensen Eindruck, traurig aber wahr! So ist auch in Kirchenkreisen die mittelalterliche Meinung präsent, Homosexualität sei eine Krankheit – in voller Überzeugung!
Jana Nitezki beschreibt in Ihrem Buch “Chancengleichheit? Über den Umgang mit homosexuellen Beschäftigten in Einrichtungen der katholischen Kirche” mehrere Fälle von Homosexuellen, die wegen Ihrer sexuellen Ausrichtung gemobbt oder sogar gekündigt wurden, vgl. http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/179041.html – ist das wirklich _christilich_?? Wo bleiben Nächstenliebe und Toleranz?
Die Kirche ist intolerant, engstirnig und handelt eigennützig.
Nicht wahr?
Werte, Normen, Traditionen, was soll dieser Schwachsinn… Lasst uns das alles vergessen und neue Wege der absoluten Freiheit einschlagen! Und wenn wir gerade dabei sind, sollten wir das ganze intolerante Pack doch am besten gleich aus der Welt schaffen, am besten fangen wir mit denen an, die uns Traditionen beibringen wollen, und uns doch nur auf den Taschen liegen, unseren Großeltern, die Niederländer sind uns da schon weit vorraus und haben mit der Sterbehilfe einen wichtigen Beitrag für unser aller Wohl geleistet. Weg mit allem, was unbequem ist! Leider dürfen die Leute noch selbst entscheiden, ob sie sterben wollen. Die Behinderten (Körperlich Beeinträchtigte, verzeihung) machen es uns doch schon viel leichter, sie haben kein lebenswertes Leben, toleranterweise werden sie aus der Welt geschafft.
Als nächstes schaffen wir die Kirche ab, die Urmutter aller Intoleranz, wer behauptet, man müsse jedem Menschen mit der gleichen Liebe entgegentreten, gehört entmündigt!
Scheiß Kirche, scheiß Papst, zur Hölle mit dem ganzen Pack! Wer eine Glaubensüberzeugung vertritt, gehört enthauptet, ganz besonders wenn es um das Thema Homosexualität geht! Denn das Bezeugen einer Meinung ist gegen die Toleranz.
Lasst uns alle homosexuell werden, um der Kirche ein Schnippchen zu schlagen. Dann werden nämlich in spätestens 80 Jahren keine intoleranten Schweine mehr auf diesem Planeten wandeln.
Meinungsfreiheit ist ein Begriff, der verboten gehört, vor allem die Meinung von Priestern, Bischöfen und Päpsten. Eine Meinung ist schließlich dazu da, um manipuliert und geändert zu werden, nicht wahr?