Vorbildlich, Herr Lokführer
In der S-Bahn hatte ich heute einen Lokführer, der in seinem Job mehr getan hat, als seine Vorgaben besagen. Er hat nämlich eine Begrüßungsdurchsage gemacht:
“Liebe Fahrgäste, im Namen der Deutschen Bahn begrüsse ich Sie an Bord der S4 nach München-Pasing. Wir sind pünktlich abgefahren und werden alle Unterwegsbahnhöfe sowie unseren Zielbahnhof voraussichtlich ebenfalls pünktlich erreichen. Ich wünsche Ihnen eine angenehme Fahrt. Zur Vorabinformation: Wegen Bauarbeiten endet unsere S-Bahn bereits in München-Pasing. Zur Weiterfahrt in Richtung Innenstadt und für die weiteren Anschlüsse werde ich Sie rechtzeitig informieren.”
Wow. ICE-Feeling in der S-Bahn München. Warum kann das nicht immer so sein? Eine nette, freundliche Ansage. Kein “Wennse nisch bald aus der Lischtschranke gähn stehnma morgen noch da.”, sondern wirklich freundlich. Vor Pasing gings dann weiter:
“Liebe Fahrgäste, wegen Bauarbeiten endet unsere S-Bahn bereits in Pasing. Zur Weiterfahrt in Richtung Innenstadt verkehrt eine Pendel-S-Bahn zum Ostbahnhof im 20-Minuten-Takt von Gleis 4, die nächste Fahrmöglichkeit ist um 15.57 Uhr. Bitte beachten Sie außerdem die Gleisänderungen. Die S6 nach Tutzing fährt von Gleis 2/3, die S5 nach Herrsching von Gleis 5, die S8 nach Geltendorf von Gleis 7. Fahrgäste zur S1 und S2 beachten bitte: diese S-Bahnen fahren erst ab München Hauptbahnhof und halten nicht bis Obermenzing bzw. Moosach. Im Namen der S-Bahn München entschuldige ich mich für die Unannehmlichkeiten. Meine Damen und Herren, der nächste Halt ist Pasing. Bitte alle aussteigen, dieser Zug endet dort und fährt um 15.58 Uhr als S5 nach Herrsching.”
So stell nicht nur ich mir Fahrgastinformation vor. Dem Lokführer bleibt nur eines zu sagen: Danke, dass es noch Leute gibt, dem der Job und seine Fahrgäste nicht scheiß egal sind.