Schon lange habe ich keine Störung mehr so richtig live erlebt. Die letzte Zeit hatte ich irgendwie verdammt viel Glück und habe vorher davon erfahren und entsprechen umgeplant oder es war erst kurz nachdem ich durch war. Heute aber hat es mich mal wieder erwischt.

Ich wollte eigentlich nur ins Hardy’s nach Fürstenfeldbruck. Nachdem Regen vorhergesagt war habe ich mich entschlossen, mit der S-Bahn zu fahren. Busverkehr findet am Sonntag ja hier am Land nicht statt, mit dem Fahrrad… naja, besagte Regenvorhersage. Und Anruf-Sammel-Taxi kostet zum Einen was, während die S-Bahn kostenlos ist, und zum Anderen muss ich das 60 Minuten vorher bestellen und es fährt nur alle 60 Minuten. Da bin ich ja zwischenzeitlich schon zu Fuß gelaufen.

Nachdem ich mich wieder etwas zu lange im Chat verbracht hab, hatte ich es eilig auf die 14.32 Uhr-S-Bahn zu kommen. Ich hab sie noch gerade so erwischt gehabt. Nehme ich also meinen Standardplatz ein, nachdem 423 166 mit Wagen 1 führend Richtung München steht ist das direkt unter dem Hauptschalter und dem Pantographen.

Beim Abbremsen für den Halt in Gernlinden gabs dann erstmal nen lauten Knall, verbunden mit einem schönen Lichtbogen der sogar bei Tageslicht die Umgebung erhellt hatte. Erschrocken dreinblickenden Mitfahrgästen erklärte ich, dass dies nur der Hauptschalter war und nicht weiter schlimm. War es ja auch nicht, in Gernlinden angekommen hat der Tf wieder aufgebügelt und weiter ging es.

Bei der Ausfahrt aus Olching dann wieder – Knall, Lichtbogen, Bügel runter. Offensichtlich versuchte der Tf sofort wieder aufzubügeln, was aber nicht von Erfolg war. Sofort wieder – Knall, Lichtbogen, Bügel runter. Und das selbe Spiel noch einmal. Okay, er hatte es wohl eingesehen und den Zug bis Gröbenzell rollen lassen. Dort konnte man ihn dann erstmal wild telefonieren sehen. Er wusste wohl auch nicht mehr weiter.

Nach ein paar Minuten kam dann die Durchsage, dass es wegen einer Stromabnehmerstörung erst in ein paar Minuten weiter geht. “Optimistisches Kerlchen” dachte ich mir noch. Am Bahnsteig hat dann jemand (mit DB-Lokführerrucksack) sein Telefon genommen und eine Frau angerufen, die sich offensichtlich mit dem Fahrzeug auskannte. Er versuchte dann dem Tf die Ratschläge die per Telefon kamen weiterzugeben – Hallo? Vielleicht lässt man den einfach mal seinen Job machen, Ferndiagnosen von Leuten die meinen etwas besser zu wissen und gar nicht dabei waren sind da echt fehl am Platz. Der Tf weiss schon, was er zu tun und wen er anzurufen hat, wenn er selbst nicht mehr weiterkommt.

Na gut, in Gröbenzell war für den Zug dann Endstation. Irgendwann hatten sie es dann auch eingesehen, dass der Zug einfach tot ist. Ich bin dann ab zum Bus nach Puchheim, wollte ja immer noch Fürstenfeldbruck erreichen (wo ich planmässig zu der Zeit schon gewesen wäre). Im Eisenbahnforum kann man dann auch den Tickertext nachlesen, es wurde ein 40-Minuten-Takt eingerichtet bis der Zug abgeschleppt war. Ich habe das Geschehen um kurz nach 15 Uhr dann verlassen.