Media Monday #325

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1. Wenn heutzutage noch immer Serien nur auf DVD und nicht auf Blu-ray veröffentlicht werden gehöre ich nicht zur Zielgruppe. DVD kommen mir keine mehr ins Haus.

2. Die glorreichen Sieben (alt) habe ich nach Jahren nun auch endlich mal gesehen und war okay. Aber der neue Film gefällt mir besser.

3. Immer wenn ich Jule Ronstedt sehe, bekomme ich regelrecht Lust mir wieder Franzi am Stück anzuschauen.

4. Meine Stammkneipe ist seit Jahren quasi eine Konstante, schließlich kennt man mich dort und ich fühle mich wohl.

5. Ich packe meinen Koffer und habe Laptop, iPad, iPhone und etliche Ladekabel mit dabei. Und natürlich Filme offline auf dem iPad.

6. Die künstlich erzeugte Exklusivität mancher Serien/Filme, beispielsweise in Bezug auf unterschiedliche Streaming-/Premium-Anbieter ist nichts als Augenwischerei.

7. Zuletzt habe ich mich furchtbar über eine Störung heute beim Kabelfernsehen geärgert und das war sehr nervig, weil auf Sky The Great Wall lief und ich den sehen wollte, er aber noch nicht auf die Festplatte vom Sky+Pro-Receiver geladen ist und ich den linearen Kanal gebraucht hätte.

Der Media Monday wird wöchentlich vom Medienjournal Blog ausgerichtet. Heute war es Ausgabe 325.

Nein, mir geht es nicht gut

Nein, mir geht es nicht gut. Ein Satz, den man eigentlich gerne sagen möchte, wenn einem jemand nach dem Befinden fragt. Man hat aber keine Lust, demjenigen zu erklären, warum es einem nicht gut geht. Deswegen sagt man: Mir geht’s gut. Oder in Bayern auch: Basst scho.

Was aber, wenn es nicht nur ein kleines Wehwehchen oder ein schlechter Tag ist, sondern etwas gravierenderes? So wie ich mit meiner Depression. Würde ich auf die Frage Wie geht’s Dir? mit Schlecht. oder Nicht so gut. antworten, kämen sofort Fragen und man möchte genaueres wissen. Aber vielleicht möchte ich das gar nicht erzählen?

Oder ich habe einfach keine Lust darauf, Antworten zu bekommen wie Wird schon wieder. oder Jeder hat mal einen schlechten Tag. Auch gerne beliebt ist: Reiß Dich doch zusammen. oder Du musst einfach nur Deinen Arsch hoch kriegen.

Einerseits kann ich es ja auch verstehen. Die Menschen erleben mich ja nicht an meinen schlechten Tagen. An meinen schlechten Tagen, wenn die Depression wieder richtig meint Arschloch spielen zu müssen, gehe ich nicht aus dem Haus. Meistens noch nicht einmal aus dem Bett. Nicht, weil ich das nicht möchte. Sondern, weil mein Körper meinen Befehlen nicht mehr gehorcht.

Die Verbindung zwischen dem Teil des Gehirns, in dem der Geist lebt und dem Teil des Gehirns, in dem die Befehle an die Muskeln gesendet werden, scheint unterbrochen. Nun könnte man das einfach hin nehmen. Aber man ärgert sich. Man ärgert sich über sich selbst. Und zwar so lange, bis man sich selbst drüber ärgert, warum man sich eigentlich ärgert. Ich weiß doch selbst woran es liegt: ich bin krank.

Klebezettel mit dem Text "Gesucht: neues Gehirn"

Klebezettel in der psychiatrischen Tagesklinik. Verfasser: leider unbekannt

Vor zwei Jahren war ich für sieben Wochen teilstationär in einer psychiatrischen Klinik in Behandlung. Ich fühlte mich danach geheilt. Ja, wirklich geheilt. Ich empfand wieder viel mehr Freude, hatte Spaß am Leben und war aktiv. Leider habe ich einen entscheidenden Fehler gemacht: ich habe mich nicht um eine Anschlußbehandlung gekümmert. Wozu auch, mir ging es doch wieder gut.

Als dann die Tabletten nach und nach ausgeschlichen wurden, begann wieder der Abstieg – ohne, dass es von mir bemerkt wurde. Es war eben so schleichend, wie es auch vor der psychiatrischen Klinik aufgetreten war. Nur, dass ich dieses Mal früher gegensteuern konnte. Ich habe die Anzeichen früher erkannt.

Heute morgen bin ich um 8 Uhr aufgestanden. Was für mich schon eine tolle Erfahrung ist. Meist schaffe ich es erst zwischen 14 und 17 Uhr aus dem Bett und das egal, wann ich am Vorabend ins Bett gegangen bin. Ich habe gefrühstückt, Wäsche gewaschen, den Geschirrspüler eingeräumt und gestartet, bin einkaufen gegangen und habe mir ein Mittagessen gekocht. Was für einen gesunden Menschen ganz banal klingt, ist für mich ein Erfolg. Bereits mittags soviel geschafft zu haben baut auf. Hoffentlich geht es so weiter.

The Circle

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Filmplakat zu The Circle von James Ponsoldt

(C) Universum Film

Mae Holland beginnt beim größten Internetkonzern, The Circle, zu arbeiten. The Circle besteht nicht nur aus Social Media-Plattformen, sondern erfindet auch Geräte und immer neue Dienste, mit denen Big Data so richtig genutzt werden kann.

Schnell arbeitet sich Mae im Circle ein und wird mit ihren Social Media-Profilen sehr beliebt in der Firma. Einer der Firmengründer wird darauf aufmerksam, dass Mae nicht nur für The Circle arbeitet. Bailey erkennt, das Mae den Circle vollkommen verinnerlicht hat und lebt.  Und so lädt er sie ein, zum nächsten Schritt: der vollkommenen Überwachung und Teilhabe an ihrem Leben. Ganz getreu dem Motto: Teilen ist heilen.

Trailer

Mein Fazit
Schauspieler
Handlung
Spannung
Dialoge
Emotionen

Der Film wirft Fragen auf über das Social Media Verhalten und regt auch zum Nachdenken über seinen eigenen Umgang an. Es gibt aber weder den erhobenen Zeigefinger, noch wird über gut und böse geurteilt. Es bleibt dem Zuschauer überlassen, selbst zu urteilen.

Man zeigt Ideen, was  mit Big Data noch werden könnte, ohne dabei Angst zu schüren. Der Film spielt schön mit der Privatsphäre, der Freigabe seines Lebens, dass zugleich die Missachtung der Privatsphäre anderer Personen beinhaltet. Für Schulen kann ich mir den Film sehr gut vorstellen, um über eine Diskussion den Schülern Medienkompetenz zu vermitteln.

Nicht so ganz glücklich bin ich mit der Auswahl der Schauspieler. Für einige ist ihre Rolle zu groß und sie schwimmen ohne festen Halt unter den Füßen. Die Figur der Annie könnte man komplett aus dem Film nehmen, ohne dass es ihm irgendwie schaden oder etwas fehlen würde.

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Jugend ohne Gott

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Plakat zu Jugend ohne Gott von Alain Gsponer

(C) Constantin Film

Zacharias gehört zu den priviligierten der Gesellschaft. Doch er ist in seiner Rolle nicht glücklich und hinterfragt, was eigentlich ein gesellschaftlicher Status ist. Bei seiner Rebellion wird er von seiner Camp-Kollegin Nadesh gestört. Immer wieder dringt sie in seine Privatsphäre ein. Bis eines Tages Nadesh tot ist – und Zacharias der Hauptverdächtige.

Aber an Zacharias’ Version gibt es Zweifel. Die Illegale Ewa hat Blut von Nadesh an ihrer Kleidung. Zacharias, in Ewa verliebt, versucht sämtliche Schuld auf sich zu nehmen.

Der Lehrer der Klasse, zu der Zacharias und Nadesh gehören, hat jedoch Zweifel. In der Gerichtsverhandlung gibt er zu, einen Teil der Schuld an Nadesh’ Tod zu haben.

Trailer

Mein Fazit
Schauspieler
Handlung
Spannung
Dialoge
Emotionen

Der Film zeigt die Ereignisse aus Sicht von vier Personen. Da es hauptsächlich um Nadesh und Zacharias geht, sind deren Erzählungen natürlich die längsten. Die Jungschauspieler brillieren in ihren Rollen, manche passen auch optisch perfekt in ihren Charakter. Grandiose Besetzung!

Deutlich wird im Film die soziale Trennung und soziale Kälte thematisiert, die durch eine Leistungsgesellschaft unweigerlich entsteht. Eine eindeutige Kritik und vor allem eine Warnung an unserer derzeitigen Gesellschaft. Nie war der Leistungsdruck höher als heute. Ich finde, der Film zeigt perfekt eine mögliche Zukunft, wenn sich nichts ändert.

Für mich gehört Jugend ohne Gott mit zu den Highlights des Kinojahres 2017. Und ja, wieder ein Beispiel dafür, dass auch Deutschland Filme kann. Es darf nur keine Komödie sein.

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Media Monday #324

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1. Hätte ich plötzlich und unerwartet eine ganze Woche frei und somit Zeit, würde ich nichts anderes machen als jetzt.

2. Atomic Blonde hat mich mit seiner Auflösung regelrecht vom Hocker gehauen, denn das hab ich so nun in kleinster Weise erwartet.

3. Wenn ich von Blog-Artikeln, Trailern oder dergleichen gespoilert werde seh ich einfach drüber hinweg.

4. Diese ständigen Vergleiche in Klappentexten oder auf Filmplakaten kann man machen, muss man aber nicht. Beeinflusst mich nicht.

5. Metropolis im Kino zu sehen konnte ich einfach nicht widerstehen und es war einfach nur wow. Ein großartiges Erlebnis.

6. Obwohl mich Horrorfilm sonst nicht so reizen, gefiel mir Insidious Chapter 3 doch überraschend gut, denn er war jetzt nicht so schlimm.

7. Zuletzt habe ich mehr Filme zuhause gesehen und das war mal wieder eine Abwechslung, weil mein Festplattenrecorder schon wieder am überlaufen war.

Der Media Monday wird wöchentlich vom Medienjournal Blog ausgerichtet. Heute war es Ausgabe 324.

Media Monday #323

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1. Im September freue ich mich wohl am meisten auf Kingsman: The Golden Circle.

2. Bullyparade läuft mir in letzter Zeit quasi ständig über den Weg, sei es als Werbeplakat, Trailer oder bei Unterhaltungen.

3. Von all diesen mega-gehypten Serien verstehe ich Game of Thrones am wenigsten.

4. Vergleiche ich meinen Enthusiasmus für das Thema/Hobby Eisenbahn mit Filmen bleibt die Eisenbahn klarer Gewinner.

5. Habe ich die Wahl zwischen Buch oder Film kommt es auf die Stimmung und auf das Buch/den Film an.

6. Historie reizt mich ja ganz besonders an Büchern, das regt so sehr die Fantasie an.

7. Zuletzt habe ich Barry Seal im Kino gesehen und das war überraschend und ernüchternd, weil der Film gut gemacht ist, aber unter Tom Cruise leidet.

Der Media Monday wird wöchentlich vom Medienjournal Blog ausgerichtet. Heute war es Ausgabe 323.

Mein Twitter im August

Unkommentiert und in umgekehrter Reihenfolge:

Barry Seal – Only in America

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Filmplakat zu Barry Seal: Only in America von Doug Liman

(C) Universal Pictures International Germany GmbH

Der Flugpilot Barry Seal arbeitet bei der TWA, als er eines Tages von der CIA angesprochen wird. Sie möchten ihn als Piloten für ein Aufklärungsflugzeug, mit dem er in Südamerika Fotos aus der Luft schießen soll. Barry willigt ein, hält aber für seine Familie den Anschein aufrecht, weiter für die TWA als Pilot zu arbeiten. Die Fotos, die er der CIA liefert, sind so gut und gestochen scharf, dass sie Barry weitere Jobs anbietet, wie den Austausch von Informationen mit korrupten Regierungen.

Doch Abseits der CIA wird auch ein kolumbianisches Drogenkartell auf Barry und seine Flüge aufmerksam. Und so machen die Drogenbosse ihm ein Angebot: Barry soll mit seinem Flugzeug von einem Feldweg aus starten und Drogen in die USA schmuggeln. Er lässt sich darauf ein und verwickelt sich immer tiefer in die nicht ganz legalen Operationen der CIA und immer tiefer in den Drogenschmuggel. Bis eines Tages die Blase zusammenbricht und die Generalstaatsanwältin Ermittlungen gegen Barry aufnimmt.

Trailer

Mein Fazit
Schauspieler
Handlung
Spannung
Dialoge
Emotionen

Wie ich bereits vorher  befürchtet habe, spielt Tom Cruise wieder einmal das einzige, was er spielen kann: sich selbst. Es fällt leider auch schwer in dem Film darüber hinweg zu sehen, zu sehr ist der Stempel Cruise der Rolle aufgedrückt worden. Mir würden mit Colin Farrell, Jake Gyllenhaal, James McAvoy oder Theo James auf Anhieb vier Namen einfallen, die für die Rolle besser geeignet wären und Barry Seal einen einmaligen, unverwechselbaren Charakter gegeben hätten.

Nunja, so ist es halt jetzt. Der Film beruht auf wahren Begebenheiten und zeigt deutlich, wie sehr sich Amerika ins Weltgeschehen einmischt. Und zwar dort, wo sie eigentlich auch nichts zu suchen haben. Schön ist die Ich-Erzählung, die als Rückblick durch Video-Memoiren angelegt ist. Das nimmt den Zuschauer mit auf die Reise des Barry Seal, vom Linienflugpiloten über den Waffen- und Drogenschmuggler bis hin zum fallen gelassenen und verfolgten Menschen auf der Flucht.

Alles in allem ein netter Film, spannend, humorvoll und aufklärend. Wenn da nur nicht der Hauptdarsteller so nerven würde.

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Atomic Blonde

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Plakat zu Atomic Blonde von David Leitch

(C) Universal Pictures International Germany GmbH

Die Top-Agentin Lorraine des britischen Gemeinsdienstes soll eine höchst brisante Liste besorgen: eine Liste über alle Spione in West- und Ost-Berlin. Da sich die Stimmung im November 1989 in der Bevölkerung der DDR zunehmend aufheizt, wird der Zusammenbruch der Mauer befürchtet und deshalb drängt die Zeit.

Zugleich soll Lorraine einen Doppelagenten enttarnen, der sowohl für den MI6, als auch für den KGB arbeitet. An ihre Seite bekommt sie David, der schon seit langer Zeit in Berlin verweilt und Kontakte auf beiden Seiten der Mauer hat.

David kennt auch den Ersteller der Liste, einen Stasi-Agenten. Er behauptet, die Liste auswendig zu kennen und fordert, in den Westen gebracht zu werden. Für die Geheimdienste aller Seiten wird er damit zum Zielobjekt. Wie auch der Mikrofilm mit der Liste, um den sich jeder Geheimdienst bemüht.

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Handlung
Spannung
Dialoge
Emotionen

Blut spritzend, langatmig, überraschend, realistisch. So ungefähr könnte man den Film mit wenigen Worten beschreiben. Aber mal der Reihe nach.

Ja, Blut spritzt, ungewöhnlich viel und ungewöhnlich so dargestellt, wie in diesem Film. Während man bei anderen Actionfilmen zwar auch Blut spritzen sieht, ist es hier besonders: das Blut spritzt direkt in und auf die Kamera. Es fehlt eigentlich nur noch, dass es von der Leinwand tropft.

Zudem sind die Kämpfe zwischen den Spionen für mich erschreckend realistisch dargestellt. Kennt man es aus anderen Filmen, dass sie immer wieder sofort aufstehen und gleich wieder kämpfen – hier ist das anders. Die Kontrahenten bleiben liegen, raffen sich erst nach einiger Zeit auf und sind langsamer in der Reaktion, nicht mehr so schlagkräftig und durch ihre Verletzungen gehemmt. So realistische Brutalität – ich bin verwundert, dass man damit eine Freigabe ab 16 Jahren erreicht hat.

Die Geschichte selbst erscheint verworren, die verschiedenen Rollen der einzelnen Charaktere unklar. Es gibt immer wieder Wendungen, die mehr verwirrend als aufklärerisch sind. Allerdings gibt es auch Überraschungseffekte, insbesondere am Ende, die den Film wieder in Gang bringen und die Spannung aufrechterhalten oder für Aha-Effekte sorgen. Insgesamt war er mir aber etwas zu lange und lässt einen mit ein paar Fragen zurück. Oder aber er wurde zu kurz, weil Entscheidendes für das Verständnis herausgeschnitten wurde?

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Hampstead Park – Aussicht auf Liebe

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Plakat zu Hampstead Park: Aussicht auf Liebe von Joel Hopkins

(C) Splendid / 24 Bilder

Emily lebt nun ein Jahr alleine, seit ihr Mann gestorben ist. Hinterlassen hat er ihr ein finanzielles Konstrukt, das sie immer tiefer in die Schulden getrieben hat. Nun weiß sie keinen Ausweg mehr und beginnt am Dachboden nach Gegenständen zu suchen, die sie verkaufen kann.

Dabei stößt sie auf ein Fernglas, durch das sie gegenüber im Park einen Einsiedler entdeckt. Der Einsiedler hat seine eigene Hütte aufgebaut und lebt völlig autark von der Gesellschaft.

Aber sein Idyll ist bedroht: auf dem Gelände sollen Wohnung entstehen und der Einsiedler ist mit seiner Hütte im Weg. Nachdem er auch keinen Kaufvertrag oder ein anderes Dokument vorlegen kann, dass das sein Grund und Boden ist, wird er den Park verlassen müssen. Das versucht Emily zu verhindern und die beiden kommen sich dabei näher.

Trailer

Mein Fazit
Schauspieler
Handlung
Spannung
Dialoge
Emotionen

Zugegeben, es ist kein Meisterwerk, das hier entstanden ist. Es eher durchschnittlich. Und die Geschichte eines Einsiedlers, dessen Zuhause bedroht ist, ist auch nicht gerade etwas außergewöhnliches oder neues. Aber es sind die Charaktere, die dem Film doch ein wenig etwas besonderes geben.

Da ist die schüchterne und eigenwillige Emily, die sich eher sozial engagiert und damit gar nicht zu ihren Freundinnen passt. Zu denen hat sie ohnehin ein kompliziertes Verhältnis, sie wird von ihnen ausgenutzt und traut sich selbst nicht, dem ein Ende zu setzen. Zudem ist es ihr peinlich, über ihre Verschuldung zu sprechen. Und bei dem Versuch, zu dem Einsiedler eine Bindung aufzubauen, schreckt sie bei den kleinsten Widerständen extrem zurück.

Und dann ist da der Einsiedler, der sehr intelligent ist, aber auch mal schnell über das Ziel hinaus schießt und seine Mitmenschen vor den Kopf stößt. Dazu fällt es ihm extrem schwer, Hilfe anzunehmen und das anstehende Problem der Räumung wird einfach verdrängt. Am liebsten bleibt er in seiner Einsamkeit.

Diane Keaton macht in dieser Verfilmung das, was sie am besten kann: den schüchternen und verwirrten Charakter mit traurigen Augen. Den spielt sie nicht zum ersten Mal und fast scheint es, als wäre er ihr auf den Leib geschrieben. Leider ist es aber auch das, was es so beliebig macht und keine Anomalie im Einheitsbrei der Dramaromanzen verursacht.

Anders ist es bei ihrem Gegenspieler Brendan Gleeson, der dem Einsiedler eine einmalige Ausstrahlung gibt. Die Aura um einen intelligenten und gebildeten Aussteiger aus der Gesellschaft, der sich im Laufe der Jahre eigenbrödlerisch entwickelt hat, kommt einen von der Leinwand richtig entgegen. Man fragt sich: was war dieser Mann früher und weshalb hat er sich für dieses Leben entschieden. Aber darauf gibt der Film keine Antwort.

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