Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit

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Birdman

(C) Twentieth Century Fox of Germany GmbH

Riggan Thomson ist ein Schauspieler, der den Zenith seiner Karriere schon längst hinter sich hat und in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist. Sein größter Erfolg, die Rolle des Superhelden Birdman, ist schon 20 Jahre her und der finanzielle Erfolg ist seitdem ausgeblieben. Er unternimmt nun einen letzten Versuch als Hauptdarsteller und Regisseur eines Theaterstücks am Broadway, es fehlt aber noch an einem Hauptdarsteller. Durch glückliche Umstände kann er Mike Shiner verpflichten, der beim Publikum bekannt und beliebt ist.

Es bleiben noch drei Tage bis zur Premierenvorstellung und die Vorpremieren laufen alles andere als glücklich. Auch stellt sich heraus, dass Mike ein schwieriger Kollege ist, der schon mal die Vorstellung schmeisst, weil ihm auf der Bühne Wasser statt echtem Gin gegeben wird. Riggan hat nicht nur hier einen Konflikt auszutragen, auch mit seiner Familie läuft es alles andere als gut. Und dazu kommt dann noch er selbst, der seine frühere Rolle Birdman in sich selbst als Stimme hört, die ihm ständig einredet, wie scheiße das doch alles ist und er wieder Birdman sein soll.

Mein Fazit.
Nun, sagen wir mal, der Film ist anders. Der Zuschauer muss sich am Anfang nicht nur an die besondere Erzählweise und die innere Stimme des Birdman gewöhnen, sondern auch an die besondere Kameraführung, die sich wie die Personen durch die Gänge bewegt. Das wirkte auf mich anfangs etwas konfus und verwirrend und hat mich längere Zeit mit dem Film nicht warm werden lassen. Im Laufe des Films konnte ich mich aber damit gut anfreunden und finde ihn von der Geschichte und der Umstellung durchaus gelungen, eine oscarverdächtig überragende Leistung kann ich aber dennoch nicht erkennen. Dazu sind es mir zuviel Szenen, in denen Michael Keaton als Riggan Thomson durch die Häuser fliegt, als wäre er der Superheld Birdman. Natürlich ist klar, dass sich das nur im Kopf von Riggan abspielt, aber es wirkt auf mich nur deplaziert. Der Film ist hochkarätig besetzt und die Schauspieler liefern hier auch eine hochkarätige Leistung ab. Wäre er ein wenig publikumsfreundlicher gestaltet, hätte er Potential für volle fünf Sterne gehabt. So gibt es aber Abzüge.

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