Neues im Tarifdschungel: das Anschlussticket

Es gibt neues im Tarifdschungel des MVV: das Anschlussticket für Inhaber einer Zeitkarte. Das Ticket 14 Tage nach dessen Einführung kaum beworben und ist ausschließlich als Handy-Ticket erhältlich.

Das Anschlussticket gibt es nur als Handy-Ticket und ist nur in Verbindung mit einer gültigen Zeitkarte und einem amtlichen Personalausweis gültig. Das Ticket gibt es nur für den Anschluss an den räumlich gültigen Bereich der vorhandenen Zeitkarte und kostet 0,65 € pro Ring. Das Anschlussticket ist nur mit mindestens zwei Ringen (1,30 €) erhältlich.
Tarifstand: Juni 2015

Was auf ersten Blick gut klingt, muss aber nicht unbedingt gut sein. Die bisherige und nach wie vor gültige Regelung, die Zeitkarte mit dem Bartarif zu erweitern, kann sogar günstiger sein. Ich möchte hierfür ein Beispiel nennen, das mich selbst betrifft:

Ticketangebote nach Fahrtauskunft Maisach – Besucherpark. Screenshot MVG Fahrinfo

Eine Fahrt von Maisach (Ring 8) zum Besucherpark des Flughafens (Ring 13) ist in der Kombination mit einer vorhandenen IsarCard (Ring 1-8) und einer Bartarif Kurzstrecke (2 Stationen mit der S-Bahn ab den letzten Stationen des IsarCard-Gültigkeitsbereichs Ismaning oder Eching) kostet 1,40 € (Einzelfahrkarte) bzw. 1,30 € (Streifenkarte). Mit dem Anschlussticket ist eine Erweiterung um 5 Ringe (9-13) fällig und schlägt mit satten 3,25 € zu – mehr als das Doppelte.

Eine Station weiter, bis Flughafen Terminal (Ring 13), sieht das wieder anders aus. In der Kombination mit dem Bartarif werden 5,40 € (Einzelfahrkarte) bzw. 5,20 € (Streifenkarte) fällig, das Anschlussticket verbleibt bei den 3,25 € und ist damit günstiger als das bisherige Angebot.

Eine weitere Stichprobe von Maisach nach Markt Indersdorf (Ring 10) ergab für den Bartarif Kurzstrecke und dem Anschlussticket jeweils den gleichen Preis von 1,30 € (Anschlussticket bzw. Streifenkarte).

Es verbleibt also wieder beim Fahrgast, sich um die günstigste Variante zu bemühen. Was zunächst als gutes und einfaches Angebot klingt, bedeutet nur wieder ein weiteren, zusätzlichen Vergleich machen zu müssen, um wirklich das beste Angebot zu bekommen.

Und weil dem noch nicht genug ist, ist das Anschlussticket bisher auch ausschließlich in der MVG Fahrinfo komplett integriert und wird auch bei der Fahrtauskunft angeboten. Sowohl der München Navigator der S-Bahn als auch die App des MVV selber kennen das Anschlussticket aber nur im Ticketshop, nicht in der Fahrtauskunft. Auch hier muss sich der treue Kunde selbst bemühen, wieviele Ringe er benötigt.

Der München Navigator bietet das Anschlussticket in der Fahrtauskunft nicht an. Screenshot München Navigator

Auch die MVV App bietet das Anschlussticket nach einer Verbindungsauskunft nicht an. Screenshot MVV App

Die angegebenen Preise sowie die Screenshots wurden am 27.06.2015 ermittelt in den jeweiligen Apps der Unternehmen entwickelt bzw. der Website des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV) entnommen.

Die Lügen der Sieger

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Die Lügen der Sieger

(C) NFP/Warner

Inhalt

Fabian ist Journalist bei einem Nachrichtenmagazin und recherchiert mit der Volontärin Nadja über den Umgang der Bundeswehr mit den Soldaten, die mit einer posttraumatische Störung aus Afghanistan zurück kommen. Dabei entdecken sie noch einen Giftmüll-Skandal, der bereits Mitarbeiter – alles ehemaligen Soldaten – das Leben gekostet hat.

Die Beiden wissen jedoch nicht, dass ihre Quellen und Beweise, aus denen sie ihre Informationen bekommen, von einer Lobbygemeinschaft gefälscht und gestreut werden. Erst nachdem die Titelstory erschienen ist, entdeckt Fabian, dass er getäuscht wurde.

Trailer

Mein Fazit 

Die Geschichte, die hinter dem Film steht, ist durchaus interessant und innerhalb der Handlungslinie rund um Fabians und Nadjas Recherche auch gut ausgearbeitet. Es macht Spaß, den Beiden zuzusehen. Unterbrochen wird das jedoch immer wieder durch die Lobbyisten, die mir vollkommen deplaziert erscheinen und mir lange nicht klar wurde, was das nun überhaupt soll.

Lange Sequenzen, in denen in kurzen ein- bis zweisekündigen Schnitten verschiedene Außenaufnahmen Berlins gezeigt werden, unterbrechen den Film und die aufgebaute Spannung. Damit ergeben sich fast zwei Stunden, in denen der Zuschauer immer wieder aufs Neue in den Film geholt werden muss. Dazu hochdramatische Musik, die so ganz und gar nicht zur Szene passend jegliche aufgekommene Stimmung abtötet. Der Regisseur wollte hier offensichtlich ein zwanghaft hochkünstlerisches Werk abliefern. Und es wirkt auch so: gekünstelt.

Zum Abschluss möchte ich noch auf eine der letzten Szenen eingehen, bei denen ich nicht weiß, ob Nicht-Betroffene überhaupt mitbekommen, was hier passiert. Die Figur Fabian ist Diabetiker und kommt gegen Ende des Films vom Glücksspiel und misst seinen Blutzucker mit einem von den Lobbyisten gehackten Messgerät. Da er sich direkt im Anschluss Insulin spritzt, ist davon auszugehen, dass der Wert deutlich zu hoch ist. Bereits zu diesem Zeitpunkt zeigt Fabian Unterzuckerungssymptome, die sich direkt daran noch deutlich verstärken bis hin zur Bewusstlosigkeit. Für mich als Diabetiker ist klar, dass das Messgerät einen zu hohen Wert angezeigt hat und die Lobbyisten hierdurch versucht hatten, Fabian zu beseitigen. Eine hanebüchene Szene, ein Messgerät zu hacken ist zum einen schon mal gar nicht möglich, zum anderen kennt jeder Diabetiker den Unterschied zwischen Unter- und Überzuckerung und wird, wenn er eine Unterzuckerung spürt, niemals Insulin abgeben. Ich als Diabetiker fühle mich durch diese Szene regelrecht beleidigt.

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Insidious: Chapter 3 – Jede Geschichte hat einen Anfang

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Insidious Chapter 3 Jede Geschichte hat einen Anfang

(C) Sony Pictures Releasing GmbH

Inhalt

Die Jugendliche Quinn sucht Kontakt zu ihrer Mutter, die vor über einem Jahr verstorben ist. Nachdem sie es selbst probiert, finden sich Gegenstände plötzlich auf einem anderen Platz, als sie sie hingestellt hat. Quinn sucht Kontakt zu Elise, einem Medium. Doch Elise lässt Quinn erst einmal abblitzen. Zu tief sitzen bei ihr die Erfahrungen in der dunklen Welt und deshalb hat Elise aufgehört, als Medium zu arbeiten.

Quinn ist jedoch nach ihren eigenen Versuchen bereits durch einen Dämon in die dunkle Welt geholt worden und wird nun von ihm in der Welt der Lebenden verfolgt. Mit jedem neuen Besuch des Dämons kommt ein weiteres Teilstück ihrer Seele in die dunkle Welt. Als auch ihr Vater merkt, dass Quinn sich rasant verändert, kann er Elise zur Hilfe überreden. Als Elise in die dunkle Welt hinübertritt, um die Jugendliche zu retten, bekämpft sie nicht nur Quinns Dämon.

Trailer

Mein Fazit 

Ich bin ja nun überhaupt kein Fan von Horrorfilmen, dieses Gruseln und mit der Psyche spielen verschreckt mich eigentlich bei Filmen. Aber ich muss ganz offen zugeben: ich fühle bei diesem Film prima unterhalten. Vielleicht liegt es daran, dass hier nicht das Blut von der Leinwand trieft und die wirklich gruseligen Teile nur einen kleinen Bereich des Films ausmachen. Die sind aber dafür nach vollster Handwerkskunst gefertigt.

Die Grundgeschichte ist solide erzählt, leider sind ein paar Handlungsstränge kurz angerissen, aber nicht weiter erzählt worden. So wird Hector in den Film eingeführt, der in Quinn verliebt ist und taucht danach nicht wieder auf. Ihn hätte man noch gut in die Gesamtgeschichte mit einbauen können. Auch Quinns Zukunftsplanungen, die durch ihr nicht allzu gutes Verhältnis zum Vater einen wichtigen Teil der Handlung darstellen, sind anfangs groß erzählt worden, um dann später lediglich mit “Du bist ein mieser Vater” quittiert zu werden. Insgesamt ist das schlechte Verhältnis zum eigenen Vater eher stümperhaft erzählt worden, Dermot Mulroney scheint sich in dieser Rolle auch nicht wohl gefühlt zu haben.

Dennoch ist der Film gute Unterhaltung mit etwas Grusel dabei.

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