Mit Philips Hue Ambilight TV nachrüsten

Hintergrund

Von den Ambilight-Fernsehern von Philips habt Ihr sicher schon gehört. Fernseher, die eine Beleuchtung für die Hintergrundumgebung eingebaut haben, die in Abhängigkeit des Bildes ihre Farbe ändert. Der Vorteil einer solchen Beleuchtung ist die Schonung der Augen, wenn der Fernseher die einzige Lichtquelle ist. Aber auch sonst ist es durchaus eine nette Spielerei.

Ambilight kann ein Grund sein, sich für einen Fernseher von Philips zu entscheiden. Aber es gibt auch Gründe, warum man sich dagegen entscheidet. Beispielsweise der Preis, die Bildqualität, das Design oder was auch immer. Vielleicht steht auch überhaupt kein Neukauf an. Ich selbst habe mich bei meinem letzten Kauf gegen Philips und für ein Samsung-Gerät entschieden. Ambilight war mir selbst nicht so wichtig.

Irgendwann bin ich auf das Lichtsystem Hue von Philips aufmerksam geworden. Ein System, bei dem man einzelne Leuchtmittel in Helligkeit und Farbe steuern kann. Neben den Leuchtmitteln für herkömmliche Lampen werden auch LED-Streifen, die sogenannten Lightstrips, verkauft.  Diese Lightstrips gibt es in Längen von 2 Metern, die sich bis zu 10 Meter erweitern oder an bestimmten Stellen kürzen lassen.

Nachdem Philips Hue bei mir bereits anderweitig im Einsatz war, kam mir die Idee, meinen Fernseher mit dem Ambilight nachzurüsten. Dazu recherchierte ich zuerst, ob es eine einfache Möglichkeit gibt. Dabei bin ich auf zwei Varianten gestoßen: entweder über einen Raspberry Pi, der in die HDMI-Verbindung zwischen Receiver und Fernseher angeschlossen wird um das Bild auszuwerten. Oder über ein iPad, das mit Hilfe seiner Kamera das Bild auswertet. Da ich kein ITler bin und den Raspberry Pi nur vom Hörensagen kenne, kam für mich nur die iPad-Lösung in Frage.

Was wird benötigt

Nun, zu allererst natürlich ein HomeKit-fähiges iPad, bei war ein iPad Air 2 bereits vorhanden. Zudem natürlich auch von Philips eine Hue Bridge (ca. 60 €), welche die Verbindung zwischen den Leuchtmitteln und dem Netzwerk herstellt. Und natürlich die Lightstrip (ca. 80 €), die ja unser Leuchtmittel für den Hintergrund darstellt. Wer noch keine Bridge besitzt kann sich auch ein Starterset (ca. 135€) kaufen.

Natürlich auch noch eine notwendige App für das iPad, ich selbst verwende und empfehle Hue TV (2,99 €). Außerdem, neben dem ganzen technischen Spielzeug, braucht man noch etwas ganz entscheidendes: einen Aufstellort für das iPad, von dem aus die Kamera das gesamte Fernsehbild im Blickfeld hat – möglichst ungestört. Bei mir ist das etwa 1,5 Meter vom Fernseher weg auf dem Boden. Ob Ihr eine Halterung habt oder basteln wollt, mit der das iPad auf dem Tisch steht oder sogar an der Wand gegenüber hängt, bleibt Euch überlassen. Jedoch stellte sich für mich der Aufstellort als das Schwierigste an der ganzen Lösung dar.

Und natürlich darf man auch die Steckdosensituation nicht außen vor lassen. Sowohl die Bridge, als auch die Lightstrip benötigen jeweils eine Steckdose. Zudem muss die Bridge mit einem LAN-Kabel (mitgeliefert) über einen Switch oder Router an das Heimnetzwerk angeschlossen werden. Entsprechend sollte beim Router und beim Fernseher noch jeweils eine Steckdose vorhanden sein.

Der Aufbau

Als Erstes wird die Lightstrip auf den Hintergrund oder Rahmen des Fernsehers geklebt. Die Lightstrip ist bereits auf der Unterseite mit Klebestreifen versehen, man braucht also da auch nicht zusätzlich daran zu denken. Ich habe bei meinem Fernseher mich dazu entschieden, die Lightstrip links, oben und rechts direkt hinter den Rahmen zu kleben, die 2 Meter waren für mich dabei sogar die ideale Länge. Auf eine Beklebung auf der Unterseite habe ich verzichtet, die Seiten und die Oberseite liefern genügend Licht.

Lightstrip auf der Oberseite des Fernsehrahmens

Die Lightstrip ist hinter dem Rahmen auf den Fernseher aufgeklebt.

Anschließend wird die Bridge mit dem Router, danach mit dem Strom verbunden. Wenn sie fertig gestartet ist, verbindet man die Lightstrip mit dem Strom und startet auf dem iPad die Home App (von Apple vorinstalliert). Die Bridge nun als Gerät hinzufügen und den Knopf auf der Bridge drücken, damit sich die Beiden verbinden. Gleichzeitig bindet die Bridge auch die Lightstrip mit ein.

Die Lightstrip lässt sich nun über die Home App steuern, es empfiehlt sich auf jeden Fall hier eine Szene anzulegen, mit der man die Lightstrip ausschalten kann. Da ich persönlich nicht ständig die Ambilight-Funktion mit den wechselnden Farben haben möchte, habe ich mir dort auch verschiedene Szenen angelegt, um den Hintergrund in verschiedenen Farben und Helligkeiten steuern zu können – das bleibt an dieser Stelle jedem selbst überlassen.

Nun kommt das iPad an die Reihe. Nach der Installation der Hue TV App stellt ihr es an Eurem ausgewählten Standort auf. Wichtig ist, dass die Kamera (Front oder Back) das gesamte Fernsehbild erfasst. Sie kann auch ruhig mehr von dem Wohnzimmer erfassen, es ist nur wichtig, dass das Fernsehbild komplett zu sehen ist. Wenn Ihr jetzt die App startet, seht ihr das von der Kamera erfasste Bild und könnt mit Hilfe eines einstellbaren Rahmens genau definieren, was das auszuwertende Fernsehbild ist. In den Einstellungen müsst Ihr noch die Lightstrip auswählen – und schon beginnt sie im Takt des Fernsehbilds die Farbe und Helligkeit zu verändern. Fertig.

Ein iPad mit der Hue TV App

Das iPad wird mit Sichtverbindung zum Fernseher platziert und übernimmt die Steuerung der Beleuchtung.

Fazit

Die Nachrüstung ist auf diese Weise sehr einfach zu erreichen, hat aber auch seinen Beigeschmack. Zum einen, dass das iPad natürlich die ganze Zeit eingeschalten ist und es einem nicht mehr für andere Dinge zur Verfügung steht. Zudem sollte natürlich zwischen iPad und Fernseher die Sichtverbindung möglichst nicht unterbrochen werden. Mal kurz vorbeigehen macht natürlich nichts aus, aber Haustiere können sich ja durchaus auch davor hinlegen. Ob Ihr sie dann jedesmal wegscheuchen wollt – es ist Eure Entscheidung.

Der Fernseher beleuchtet den Hintergrund.

Der Fernseher ist jetzt mit Ambilight ausgestattet.

Außerdem kann ich diese Lösung nur empfehlen, wenn bereits ein iPad vorhanden ist. Auch mit einem iPhone ist diese Lösung möglich, zudem gibt es entsprechende Apps auch auf anderen Plattformen als iOS, sodass auch andere Smartphones oder Tablets verwendet werden können. Wenn allerdings erst ein entsprechendes Gerät beschafft werden muss, wird es eine teure Lösung.

Zu ausgewählten Filmabenden wird Hue TV bei mir sicher zur Anwendung kommen, bei normalem TV-Konsum reicht mir eine statische Beleuchtung des Hintergrunds. Und wenn der FC Bayern spielt, sorgt ein roter Hintergrund doch auch genau für die richtige Fußballstimmung – auch bei Tag.

Preisangaben vom Oktober 2016

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